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manager magazin



01.10.2008
 

Schiffsbeteiligungen

Ein Milliardenmarkt gerät ins Wanken

Von Christoph Rottwilm

Jahrelang haben Anleger für Milliardensummen immer mehr Containerfrachter zu immer höheren Preisen gekauft. Jetzt sinken seit Monaten die Einnahmen, der Markt scheint zu kippen. Vorläufiger Tiefpunkt: Nach dem Aus zweier Liniendienste dürften die Prognosen zahlreicher Fonds nicht mehr aufgehen. Tausende Anleger sind betroffen.

Hamburg - Finstere Mienen im Konferenzraum von Schiffsmakler Stüwe & Co. in Hamburg-Ottensen. Rund 20 Vertreter von Reedereien und Schiffsfonds-Emissonshäusern brüten über einem gemeinsamen Problem: Die Reederei Shandong Yantai International Marine Shipping (SYMS), an die sie zahlreiche Schiffe für einen Liniendienst in Fernost vermietet haben, macht seit Monaten Schwierigkeiten. Die halbstaatliche chinesische Gesellschaft überweist die Charter mit immer größerer Verspätung, die Schiffseigner sitzen schon auf Forderungen im zweistelligen Millionen-Dollar-Bereich.

Zukunft im Dunkeln: Abfertigung eines Containerschiffs im Hamburger Hafen
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DPA

Zukunft im Dunkeln: Abfertigung eines Containerschiffs im Hamburger Hafen

Krisentreffen wie dieses hat es lange nicht gegeben im Schifffahrtsmarkt. Jahrelang boomte das Geschäft. Die Charterraten und Schiffspreise stiegen, in den Kassen aller Beteiligten - Reedereien, Banken, Schiffsfondsemittenten - klingelte es laut und lauter. Seit einigen Monaten jedoch kippt die Stimmung. Der Markt ist nervös wie lange nicht.

Der Grund: Die Charterraten der meisten Schiffstypen und Größenklassen befinden sich nach langem Aufwärtstrend wieder auf Talfahrt. Seit Jahresanfang ist der viel beachtete Howe-Robinson-Index, der die Entwicklung der Raten für Containerschiffe anzeigt, schon von 1400 Punkten auf weniger als 1100 Punkte abgesackt.

Die Finanzkrise, die schwächelnde Weltwirtschaft, immer niedrigere Wachstumsraten in den USA, Europa und Fernost - all das schlägt voll auf den Seehandel durch. Große Linienreedereien wie Maersk oder CMA CGM müssen ihre Frachtraten drastisch senken, um die Schiffe überhaupt noch voll zu bekommen - und drücken auf der anderen Seite die Charterraten, um wirtschaftlich zumindest halbwegs auf Kurs zu bleiben.

Mit Ronald Widdows, Vorstandschef der Reederei Neptune Orient Lines (NOL) Chart zeigen redete kürzlich erstmals ein Big Player Klartext: "Besonders auf den Strecken von Asien nach Europa und nach Nordamerika ist die Lage schwierig", sagte er vor Presseleuten in Singapur. "Es gibt in unserer Branche derzeit nur wenige Reedereien, die ohne Verlust unterwegs sind."

Zwar ist Widdows als potenzieller Käufer von Hapag-Lloyd durchaus interessiert daran, den Markt herunterzureden. In der Branche fragt sich zurzeit dennoch jeder: Vorübergehende Delle oder Ende des Booms - womit haben wir es zu tun?

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