Von Kai Lange
Ölpreis von 80 Dollar ist noch nicht die Rettung
Die US-Regierung erhöht laufend den Einsatz, um die Abwärtsspirale der Häuserpreise zu stoppen und den Konsum wieder anzukurbeln. Nachdem die meisten Steuerschecks verschickt sind, bleibe nur noch wenig Stimulus für das erhoffte Wirtschaftswachstum im zweiten Halbjahr, warnte der US-Notenbankchef in dieser Woche. Mit Argusaugen wird man im US-Wirtschaftsministerium daher auf die Entwicklung der persönlichen Einkommen und Konsumausgaben am kommenden Montag sowie auf die Zahlen des Immobilienfinanzierers Freddie Mac
am Mittwoch schauen.
Was diverse Verhandlungsrunden mit dem Opec-Kartell nicht erreicht haben, soll nun der ganz normale wirtschaftliche Zyklus bewirken. Weniger Nachfrage in den wichtigsten Industrieländern soll den Ölpreis bald wieder auf ein erträgliches Niveau bringen. Die globale Wachstumsflaute und das infolge der Kreditkrise deutlich restriktivere Geldmengen- und Kreditwachstum werden die Inflation letztlich eindämmen, meint John Greenwood, Chefvolkswirt von Invesco.
Das bedeutet: Europa und die USA werden möglicherweise schon 2009 ihre Inflationssorgen wieder los sein. Der Preis dafür sind aber neue Wachstumssorgen - ein stark fallender Ölpreis ist dann wahrscheinlich, wenn nicht nur USA und Europa, sondern auch die derzeit noch stabilen Schwellenländer konjunkturell abkühlen.
Ein Ölpreis unter 100 Dollar entlastet zwar Hausbesitzer und Konsumenten. Für Börsianer ist er dennoch kein Grund zum Jubel: Es wäre ein Zeichen, dass die globale Konjunktur endgültig gedreht hat.
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