Von Grit Beecken
Charttechnischen Analysen liegt die Annahme zugrunde, dass es in den Kursverläufen wiederkehrende beobachtbare Ereignisse gibt. Die Zeiträume - die Intervalle - in denen ein Chart aufgetragen wird, sind prinzipiell frei wählbar.
Zu den beliebten Untersuchungen gehört die Arbeit mit Widerständen und Unterstützungen, die ein Aktienkurs zeigt. Wenn ein Papier immer wieder auf einen Preis von 15 Euro fällt, so gilt dieser Wert als Unterstützung und Anleger werden bei Kursen um 15 Euro Positionen aufbauen.
Ein Widerstand zeigt sich, wenn ein Aktienkurs einen Wert nicht nach oben durchbrechen kann und an dieser Stelle immer wieder fällt. Verbundene Widerstände oder Unterstützungen einer Aktie über einen längeren Zeitpunkt heißen Widerstands- bzw. Unterstützungslinien.
Chartanalysten suchen außerdem nach bestimmten Mustern in den Graphen. Ein Spike zum Beispiel ist ein Gebilde, bei dem sich im Gegensatz zu dem vorherigen und folgenden Tag ein deutliches Hoch oder Tief gebildet hat. Es wird angenommen, dass ein solcher Spike den Höhepunkt des aktuellen Kauf- oder Verkaufdrucks kennzeichnet und es aus diesem Grund zu einer Trendumkehr kommen wird.
Oft werden in Charts die 100- oder die 200-Tages-Linie eingezeichnet. Diese Durchschnittskurse entscheiden die Frage, ob man sich in einem Bullen- oder einem Bärenmarkt befindet. Kurse oberhalb der Linien zeigen den Bullenmarkt an, Kurse unterhalb den Bärenmarkt.
Geht man davon aus, dass die Annahme, sich in einem Bullen- oder Bärenmarkt zu befinden, das Anlageverhalten beeinflusst, so wird deutlich, dass die Ergebnisse der Chartanalyse ihrerseits ein preisbestimmender Faktor sind. Die Börseneinbrüche in Folge der Subprime-Krise hingegen scheinen Chart- wie Fundamentalanalysten nicht genau vorhergesehen zu haben. Die Glaskugel besitzt eben doch niemand.
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