Konkurrenz unerwünscht
Blumenauers Kollegen sehen das anders. Auf der Internetplattform maklersearch.de, die verkaufswillige Immobilienbesitzer nutzen können, um sich einen kompetenten und im Zweifel auch günstigen Vermarktungspartner zu suchen, ist der neue Wettbewerber unerwünscht. "Wir wollen einen einheitlichen Standard an professionellen Maklern auf unserer Plattform haben", sagt Geschäftsführer Daniel Giertz.
"Nur dann können sich unsere Kunden sicher sein, die erwartete, vollständige Maklerleistung zu erhalten, wenn sie bei uns fündig geworden sind." iMakler erfülle diese Anforderungen aufgrund des eingeschränkten Leistungsprofils nicht. Eine Mitarbeiterin von maklersearch.de macht allerdings keinen Hehl daraus, dass Blumenauers Unternehmen aufgrund seiner Preiskonditionen auch eine Konkurrenz darstellt.
Der IVD schießt gegen iMakler indes aus vollen Rohren. In einem Schreiben auf seiner Homepage bezeichnet der Landesverband Hessen/Thüringen das Geschäftsmodell als "Marketing-Gag" und "Mogelpackung", die sich am Markt nicht durchsetzen werde. Laut IVD reicht das Leistungsspektrum von iMakler nicht aus, um Käufer und Verkäufer zufrieden zu stellen. Fraglich sei auch, ob das Konzept "überhaupt im Maklerrecht als zulässig eingestuft werden kann".
"iMakler bietet eine Dienstleistung, die keine Maklerberatung darstellt. Diese Leistung ist im wesentlichen wie bei einer Werbeagentur, die Immobilienverkäufer bei ihrem Marktauftritt begleitet, nicht mehr und nicht weniger", sagt IVD-Geschäftsführer Sven Johns gegenüber manager-magazin.de. "Ein Maklervertrag kommt schon mangels erfolgsabhängiger Vergütung laut BGB nicht zustande. Wer die Dienste des Unternehmens in Anspruch nimmt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er die für eine erfolgreiche Immobilienveräußerung an sich unerlässliche umfangreiche Beratung eines Maklers nicht erhält."
"Makler fürchten um ihre Existenz"
Kämen zum Beispiel Fragen auf zu möglichen Umbauten am Haus oder dem präzisen Verlauf von Grundstücksgrenzen, könnten Privatleute selbst wenn sie seit Jahren ein Objekt bewohnen oft nur mit den Schultern zucken. "Der Makler kennt in der Regel die Antwort", sagt Johns. "Die Höhe der Provision kann ohnehin nur im Verhältnis zur tatsächlichen Leistung beurteilt werden."
Dabei kann der IVD-Geschäftsführer dem iMakler-Konzept sogar etwas abgewinnen. "In Deutschland sind Makler bisher nur an jeder zweiten privaten Transaktion beteiligt", sagt er. "Prinzipiell ist es eine gute Idee, auch an den übrigen 50 Prozent verdienen zu wollen. Es bleibt aber ein Verkauf von privat an privat."
Bleibt die Frage, weshalb der 6000 Mitglieder starke Bundesverband das Unternehmen aus Bad Soden nicht einfach gewähren lässt. Blumenauer glaubt die Antwort zu kennen: "Es gibt zwei Kategorien von Immobilienmaklern in Deutschland", sagt er. "Diejenigen, die wirklich gute Arbeit machen, wollen nicht wahrhaben, dass die Courtage als zu hoch angesehen wird. Und diejenigen, die eher Probleme haben, die Höhe ihrer Vergütung zu rechtfertigen, fürchten schlichtweg um ihre Existenz."
Der IVD dagegen nennt einen anderen Grund: Für Unmut sorgt demnach vor allem, dass iMakler - so ist es den Geschäftsbedingungen zu entnehmen - entgegen den Marketingaussagen sehr wohl weitere Beratungs- und Maklerleistungen anbietet. Über die dafür anfallende Vergütung macht das Unternehmen aber keine Angaben. Auch auf Anfrage von manager-magazin.de wollte sich Unternehmenschef Blumenauer in dem Punkt nicht festlegen.
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