Die Kosten machen den Unterschied
"Vor allem die USA, Norwegen, Singapur und Hongkong haben sich als Handelsplätze für Schiffs-AGs etabliert", erläutert Jens Rohweder, Head of Shipping bei der HSH-Nordbank-Tochter HSH Corporate Finance GmbH, im Gespräch mit manager-magazin.de. "Dort notieren Gesellschaften wie Seaspan, Odfjell, Pacific Basin oder der zur Hamburger Rickmers-Gruppe gehörende Rickmers Maritime Trust."
Diesen Unternehmen wollen deutsche Emissionshäuser im Wettbewerb um institutionelle Gelder Konkurrenz machen. Dass die institutionellen Investoren nicht für herkömmliche geschlossene Fonds, die meist in der Rechtsform der GmbH & Co. KG firmieren, zu begeistern sind, hat einen einfachen Grund: Die professionellen Großanleger scheuen die immense Kostenbelastung, die seit jeher mit geschlossenen Schiffsfonds verbunden ist.
"Wir schätzen, dass die anfänglichen Kosten bei geschlossenen Schiffsfonds in der Regel bei 10 bis 12 Prozent der Gesamtinvestition liegen", sagt Peter Kastell von der Hamburger Fondsmedia GmbH, die quantitative Analysen geschlossener Beteiligungsmodelle vornimmt. "Bezogen auf das Eigenkapital liegen die Kosten um einiges höher, nämlich bei mindestens 20 bis 25 Prozent inklusive Agio."
Alternative zum geschlossenen Fonds
Im Gegensatz zu institutionellen Investoren waren Privatanleger jahrelang bereit, diese Kostenstrukturen in Kauf zu nehmen - zum Teil aus Unwissenheit, zum Teil auch weil der tatsächliche Kapitaleinsatz aufgrund der hohen anfänglichen Steuerverluste ohnehin so niedrig war, dass die Kosten nicht weiter interessierten.
Das ist heute jedoch anders. Die Steuervorteile gibt es nicht mehr, die Fonds müssen wirtschaftlich reüssieren. Die hohen Kosten werden dabei mehr und mehr zum Klotz am Bein. So sorgen sie zum Beispiel dafür, dass ein Investment in die Schiffs-AGs nicht nur für institutionelle, sondern auch für Privatanleger eine Alternative zum geschlossenen Fonds darstellen kann.
"Steuerlich ist für Institutionelle die Beteiligung an diesen AGs im direkten Vergleich vorteilhafter als für Privatanleger, da sich institutionelle Investoren je nach ihrer Rechtsform die Kapitalertragsteuern auf die Dividende oftmals zu großen Teilen erstatten lassen können", erläutert Rohweder den Hintergrund.
Bei Privatanlegern dagegen unterliegen sowohl Dividenden als auch Kursgewinne - sofern letztere innerhalb der zwölfmonatigen Spekulationsfrist anfallen - momentan der Besteuerung nach dem Halbeinkünfteverfahren. Für Engagements ab 2009 greift für beide Arten von Kapitalerträgen die Abgeltungsteuer.
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