Hamburg - Noch brummt der Motor der Weltwirtschaft. Kreditkrise, Inflation und Turbulenzen an den Finanzmärkten konnten ihm bislang nicht viel anhaben.
Im Gegenteil: Getrieben vom Aufschwung in Schwellenländern wie China und Indien legt die Weltwirtschaft zurzeit mit Raten um die 5 Prozent pro Jahr zu. Dank der zunehmenden internationalen Arbeitsteilung profitieren der Welthandel und damit vor allem die Transportschifffahrt überproportional davon.
Was läge da näher, als in Schiffe oder schifffahrtsnahe Einrichtungen zu investieren. Viele Anleger sehen das ähnlich, der Run auf die Aktien des Hamburger Hafenbetreibers HHLA
Anfang November ist der beste Beleg dafür.
Der Börsengang zeigt auch, wie breit das Spektrum der Anlagemöglichkeiten in die kommerzielle Seefahrt inzwischen geworden ist. Jahrelang waren geschlossene Schiffsfonds weitgehend konkurrenzlos. Nach Berechnung des Marktbeobachters Stefan Loipfinger flossen seit Anfang der 90er Jahre mehr als 26 Milliarden Euro private Gelder in diese Anlageklasse. Schiffsinvestitionen von mehr als 73 Milliarden Euro wurden damit realisiert.
Kapitalanlage mit relativ stabilem Cashflow
Inzwischen gibt es aber mit weltweit deutlich mehr als hundert Hafen- und anderen Schifffahrtsaktien, einer zunehmenden Zahl an Zertifikaten verschiedenster Art sowie ersten offenen Schiffsfonds reihenweise Alternativen. Anleger stellt das vor die Frage, welches Vehikel für sie das richtige ist.
Klar ist: Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Beteiligung an einem geschlossenen Schiffsfonds auch heute noch attraktiv sein. "Geschlossene Schiffsfonds investieren unmittelbar in Containerschiffe, Tanker oder Massengutfrachter, die in der Regel mit mittel- und langfristigen Charterverträgen sowie gegebenenfalls anschließender Poolbeschäftigung ausgestattet sind", erläutert Axel Steffen, Vorstand beim Hamburger Emissionshaus Hansa Treuhand. "Wer eine Kapitalanlage mit relativ stabilem Cashflow sucht, ist hier also richtig."
Tatsächlich erfreuen sich die Fonds trotz des Wegfalls der anfänglichen Steuervorteile, die jahrelang als Hauptmotiv für die Beteiligung galten, nach wie vor großer Beliebtheit. Der Hauptgrund dafür ist die 1999 eingeführte sogenannte Tonnagebesteuerung, die es den Fonds ermöglicht, Erträge nahezu steuerfrei auszuschütten.
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