"Schrottimmobilien sind das keinesfalls"
Ausweislich der letzten verfügbaren Leistungsbilanzen blieben - von einer Ausnahme abgesehen - sämtliche Beteiligungsgesellschaften zum Teil deutlich hinter den Ausschüttungsprognosen zurück. In Extremfällen erhielten die Anleger kaum die Hälfte der versprochenen Rückflüsse. Damit nicht genug: Auch die Liquidität einiger Fonds wurde im Laufe der Jahre arg strapaziert.
"Die bei der Konzeption der Fonds bestehenden und kalkulierten Mieteinnahmen haben sich als nicht nachhaltig erwiesen", begründet Fair-Value-Vorstandschef Frank Schaich die Underperformance. "Inzwischen befinden wir uns in Deutschland aber in einer völlig anderen Situation. Die Konjunktur ist merklich angesprungen, auch an den Gewerbeimmobilienmärkten können Vermieter wieder bessere Konditionen erzielen."
Eins haben künftige Fair-Value-Investoren den rund 3000 früheren Fondsanlegern in jedem Fall voraus: Über die Kurse, zu denen die Objekte von der AG übernommen werden, wird unter das bisherige Debakel ein Schlussstrich gezogen.
Die Fondsanleger dagegen, die jetzt ihre Anteile in Aktien tauschen, können ein Zwischenfazit ziehen. Sie erfahren über die Tauschquote ziemlich genau, was ihr Investment inzwischen wert ist.
Und das ist nicht sehr viel: Bei lediglich 40 Prozent der Nominalbeteiligung liegt der Durchschnittskurs, zu dem Fair Value zum Zuge kommt. In extremen Fällen stehen die Anleger bei nur knapp 3 beziehungsweise 8,75 Prozent ihres einst eingezahlten Kapitals.
"Die Fondsanleger haben dies akzeptiert", sagt Schaich. "Wir konnten sie davon überzeugen, dass sie sich von der Vorstellung lösen müssen, ihre ursprünglichen Einzahlungsbeträge seien nach wie vor eine realistische Kalkulationsgrundlage." Schließlich, so der Fair-Value-Chef, der bis vor Kurzem im Vorstand der IC Immobilien Holding saß, müssten hohe anfängliche Kosten ohnehin abgeschrieben werden.
Zudem habe es umfangreiche Steuervorteile gegeben. Alles Weitere sei Ergebnis der Immobilienmarktentwicklung der vergangenen zehn Jahre. "Im Schnitt brachten die Fonds einen Total Return von 109 Prozent", sagt Schaich. "Die meisten Objekte wurden erst nach 1990 gebaut. Schrottimmobilien sind das keinesfalls."
Dennoch: Ein Blick auf die Standortwahl der Investitionen verheißt auch für die Zukunft nichts Gutes. Chemnitz, Eisenhüttenstadt, Münster, Celle, Altenberge - die Liste der Nebenstandorte mit geringem Wachstumspotenzial, in die Fair Value investiert, ließe sich beinahe beliebig fortsetzen. Immobilieninvestments bester Qualität erfolgen in der Regel an anderem Ort.
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