Donnerstag, 9. Februar 2012, 16:10 Uhr

manager magazin



24.09.2007
 

Reits

Comeback der Schrottimmobilien

Von Christoph Rottwilm

Als einer von enttäuschend wenigen angehenden Reits will die Fair Value AG ihre Aktien noch 2007 an der Börse anbieten. Ein Immobilienportfolio hat das Unternehmen schon zusammengekauft. Die Objekte haben den bisherigen Besitzern allerdings kaum Freude bereitet.

Hamburg/München - Aufmerksame Beobachter erinnern sich noch lebhaft. Vor Jahresfrist erreichte die Debatte um die Einführung steuerbegünstigter Immobilienaktien in Deutschland ihren Höhepunkt. Studienergebnisse machten die Runde, denen zufolge hierzulande mit einem gigantischen Markt für sogenannte Reits (Real Estate Investment Trusts) zu rechnen sei.

Vielfältig: Reits dürfen in alle möglichen Immobilientypen investieren - nur nicht in Wohnungen
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DPA

Vielfältig: Reits dürfen in alle möglichen Immobilientypen investieren - nur nicht in Wohnungen

Von mehr als 100 Milliarden Euro war zu lesen, die bis 2010 in das PR-tauglich "G-Reit" getaufte Aktienvehikel fließen sollen. Noch Mitte 2007 bescheinigte die HSH Nordbank dem Markt ein mögliches Volumen von bis zu 40 Milliarden Euro in den kommenden drei Jahren.

Inzwischen ist das Reit-Gesetz längst beschlossen und rückwirkend zum 1. Januar in Kraft getreten. Passiert ist jedoch seither - so gut wie nichts. Der Großteil der Reit-Kandidaten hat seine Pläne für einen Börsengang verschoben - auf das kommende Jahr, wie es meist heißt.

Erst drei sogenannte Vor-Reits gibt es laut Bundeszentralamt für Steuern. Weitere sieben Gesellschaften haben den Status, der bereits zum steuerbegünstigten Immobilienerwerb berechtigt, beantragt. Als Begründung für die Zurückhaltung nennen die Gesellschaften unisono das schlechte Marktumfeld, welches einen Börsengang kaum ratsam erscheinen lasse.

Eine Ausnahme macht die Fair Value AG mit Sitz in München. Als Vorbereitung für die Umwandlung in einen Reit bereitet das Unternehmen derzeit einen Börsengang vor, der noch im vierten Quartal 2007 stattfinden soll.

Ob die Immobilien, die sich im Startportfolio von Fair Value befinden, den künftigen Aktionären Freude bereiten werden, ist allerdings offen. Die bisherigen Besitzer der Objekte hatten jedenfalls keinen großen Spaß damit.

Zum Hintergrund: Bei Fair Value handelt es sich um eine Schöpfung der IC Immobilien Gruppe, ebenfalls München. Der Immobilienfondsemittent nutzt als einer der ersten seiner Zunft die Möglichkeit, Anlegern geschlossener Fonds einen Reit als Exit-Option anzubieten.

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