Gefangen im ungeliebten Investment
Zwar wurden die Steuersparmodelle inzwischen längst abgeschafft. Nach dem Gegenschlag der Finanzverwaltung stehen jetzt aber auch bereits sicher geglaubte Steuerersparnisse aus scheinbar längst vergangener Zeit wieder auf der Kippe.
Alle drei bis vier Jahre findet in der Regel eine Betriebsprüfung statt, durch die die steuerlichen Ergebnisse der Fonds auf die sichere Seite gebracht werden. Im Feuer stehen nach der Entscheidung der Finanzverwaltung jetzt also Steuervorteile aus Fondsplatzierungen, die bis ins Jahr 2002 zurückreichen können. Laut Loipfinger sind seitdem mindestens 5,9 Milliarden Euro in diese Fondsklasse eingezahlt worden.
Der derzeitige Aufstand der Anleger macht noch einmal deutlich, wie sehr das Steuernsparen jahrelang das Motiv Nummer eins für Filmfondsinvestments war.
Dass die Investoren diese Investments ohne den Steuereffekt nicht wollen, verwundert indes kaum. Oft genug haben sich die produzierten Filme als wirtschaftliche Flops erwiesen. Und wenn einmal ein echter Knüller dabei war, landete aufgrund komplizierter Gewinnverteilungsregelungen ("Waterfall") trotzdem nur ein geringer Teil der Erlöse beim deutschen Anleger.
Leicht wird es für Wilfried Pesch und seine Mitstreiter allerdings nicht, aus dem ungeliebten Engagement wieder herauszukommen. Bislang wurden in Sachen Anleger gegen die Commerzbank 13 Urteile gesprochen - zwölf Mal sahen die Richter die Bank im Recht.
"Es ist nicht richtig, dass die Fonds als Garantiefonds vertrieben wurden ohne Hinweis auf die bestehenden Anlagerisiken", sagt ein Sprecher der Commerzbank gegenüber manager-magazin.de. "Diese ergeben sich aus dem Prospekt und die Beteiligung wurde anhand des Prospektes vermittelt."
Spannend bleibt es allemal. Schon jetzt laufen noch etwa 350 weitere Klagen - allein gegen die Commerzbank.
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