27.07.2007
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Dax-Talfahrt

"8200 Punkte bis Jahresende"

Von Christian Buchholz

Trotz des jüngsten Dax-Sturzes - ein harter Börsencrash wird nicht daraus, ist Michael Wiaterek überzeugt. Sein Kernargument ist die Entwicklung der Weltwirtschaft, die dafür viel zu gut laufe. manager-magazin.de sprach mit dem Chef der Abteilung Aktienstrategie bei der Dresdner Bank über seine optimistische Markteinschätzung.

mm.de: Herr Wiaterek, der jüngste, positive Kapitalmarktausblick der Dresdner Bank kam gestern just an einem Tag, an dem der Dax nach einer ohnehin schon schwachen Woche 2,4 Prozent abgab ...

  Michael Wiaterek,  leitender Aktienstratege der Dresdner Bank, hält die jüngsten Korrekturen für heilsam - aber nicht furchterregend
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Michael Wiaterek, leitender Aktienstratege der Dresdner Bank, hält die jüngsten Korrekturen für heilsam - aber nicht furchterregend

Wiaterek: Um heute zeitweise schon wieder im Plus zu notieren. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren sind die Märkte sehr viel volatiler geworden - und werden es noch einige Zeit bleiben. Wir gehen dennoch davon aus, dass nach dem derzeitigen Mini-Crash die positive Grundtendenz die Kurse mittel- und langfristig nach oben hieven wird.

mm.de: Tatsächlich haben Sie ein Kursziel von 8200 Punkten für den Dax bis zum Jahresende ausgegeben - ein Zehntel mehr als das aktuelle Niveau. Die US-Immobilienkrise, ein steigender Ölpreis und nachlassende Aktivitäten in der Private-Equity-Branche machen Sie nicht bange?

Wiaterek: Das sind belastende Faktoren, in der Tat. Die Frage ist, wie stark die Effekte am Markt schon verarbeitet sind. Nach unserer Einschätzung ist eine Menge heißer Luft schon abgelassen. Wir bleiben bei unserer Prognose für den Dax - 8200 Punkte bis Jahresende.

mm.de: Was meinen Sie mit heißer Luft?

Wiaterek: Ein wichtiger Faktor für die steigenden Märkte in den vergangenen Jahren waren Übernahmefantasien und tatsächlich erfolgte Unternehmenskäufe. Diese Deals, mit denen Private-Equity-Investoren anfangs gute Gewinne einstrichen, wurden zuletzt dann doch mit einem zu spitzen Bleistift gerechnet - also mit einem zu optimistischen Rendite- und einem zu geringen Risikoansatz.

mm.de: Bear Stearns hat die Quittung bekommen und musste zwei Hedgefonds, die in hochspekulative HypoCredit-Papiere investiert waren, schließen. Die Frage ist, ob nun nicht weitere große Adressen in ähnliche Schwierigkeiten geraten und damit die Märkte ins Wanken bringen.

Wiaterek: In der Tat, die Frage, was mit zahlreichen CDOs* passiert, bleibt spannend. Zahlreiche Versicherer und andere Finanzinstitute sind bei Obligationen auf Unternehmensanleihen weit ins Risiko gegangen. Aber dieser Markt ist weitgehend abgeschottet und intransparent. Daher ist es schwer zu prognostizieren, ob hier tatsächlich Risiken schlummern, die marktbestimmend werden könnten.

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