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19.07.2007
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Altersvorsorge

Renten-Roulette

Von Lutz Reiche

Wer auf eine private Rentenversicherung setzt, sollte die Wahl seines Anbieters genau überlegen. Map-Report hat versucht, den Dschungel zu lichten. Unter dem Strich können sich die Ablaufleistungen um bis zu 15 Prozent unterscheiden, schreibt der Branchendienst. Das Fazit fällt nicht gerade positiv aus.

Hamburg - Wer für das Alter vorsorgt, entscheidet sich zusehends öfter für eine Sparform, die ihm mit Beginn des Rentenalters eine lebenslange monatliche Zahlung garantiert. Einmalige Kapitalauszahlungen wie bei der klassischen Kapitallebensversicherung (KLV) treten zusehends in den Hintergrund. Das hat zum einen mit veränderten steuerlichen Rahmenbedingungen zu tun. Zum anderen sind die staatlich geförderte Riester-Rente zum Großteil und die für Selbständige sowie gutverdienende Angestellte gedachte Rürup-Rente ganz zu verrenten.

Nichts geht mehr: Wer eine Rentenversicherung kauft, bindet sich oft Jahrzehnte an einen Anbieter. Vor bösen Überraschungen, sprich Kürzungen der Rente, ist man aber auch bei besten Anbietern nicht gefeit
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DPA

Nichts geht mehr: Wer eine Rentenversicherung kauft, bindet sich oft Jahrzehnte an einen Anbieter. Vor bösen Überraschungen, sprich Kürzungen der Rente, ist man aber auch bei besten Anbietern nicht gefeit

Der Neugeschäftsanteil der privaten Rentenversicherung bei den Lebensversicherern dürfte mittlerweile mehr als 50 Prozent betragen, schätzt der Brancheninformationsdienst Map-Report. Um so wichtiger ist die Wahl des richtigen Anbieters. Denn die Summe gezahlter Renten kann um bis zu 15 Prozent abweichen, wie die von Map-Report jetzt erstmals verglichenen Ablaufleistungen privater Rentenversicherungsverträge zeigen.

Die Ergebnisse der Studie indes dürften für Kritik sorgen. Denn die verglichenen Policen sind nicht identisch, was im Gegensatz zu früheren entsprechenden Studien für die Kapitallebensversicherung vor allem der historisch schwachen Datenbasis geschuldet sein dürfte: Die Masse der Anbieter hat erst 1990 damit begonnen, Rentenversicherungen zu verkaufen, und nicht alle Anbieter waren von Anfang an mit gleichen Produkten auf dem Markt.

Das Problem der Datenbasis

So fließen Verträge, die steigende Renten (voll- oder teildynamisch) auszahlen, genauso in die Analyse ein wie Verträge mit konstanten Auszahlungen oder Verträge mit sinkenden Renten. Kritiker sehen zwar das Problem, sprechen gleichwohl von einem "Vergleich von Äpfel und Birnen". Zudem wenden sie ein, dass ein Versicherter seit dem Jahr 1990 - also dem Beginn des Untersuchungszeitraumes - die fällige einmalige Kapitalleistung seiner Lebensversicherung auch verrenten lassen konnte.

Darüber hinaus muss die Studie eine bislang weit verbreitete Form der Rentenpolice außen vor lassen: die aufgeschobene Rentenversicherung gegen laufenden Beitrag. In diesem Fall wird die Zahlung einer lebenslangen Altersrente zu einem in der Zukunft liegenden Termin vereinbart. Hat also im Jahr 1990 ein 30-jähriger Mann diesen Vertragstyp gewählt und will mit 60 in Rente gehen, endet der Sparvorgang im Jahr 2020. Angesichts einer durchschnittlichen Lebenserwartung von dann noch mindestens 20 Jahren, ließe sich eine Ablaufanalyse für die aufgeschobene Rentenversicherung damit frühestens im Jahr 2040 erstellen, gesteht Map-Report-Chef Manfred Poweleit ein.

Deshalb hat das Fachmagazin bei den Gesellschaften die Ablaufleistungen für sofort beginnende Renten nach Einmalzahlung zwischen 1990 und 2007 abgefragt. Bei der sogenannten Sofortrente beginnt die Rentenzahlung unmittelbar nach Einzahlung eines hohen Geldbetrages. Wer 1990 mit 60 Jahren in Rente ging, hatte seinerzeit im statistischen Schnitt eine Lebenserwartung von rund 17 Jahren.

In dem von Map-Report vorgegebenen Beispielfall zahlt ein 65 Jahre alter Mann 50.000 Euro in eine private Rentenversicherung ein und entscheidet sich für eine Variante, die ihm zu Beginn der Rentenzahlungen eine möglichst hohe Leistung bietet - die Rente fällt also mit steigendem Alter. Dahinter steht der Gedanke, dass Senioren mit zunehmendem Alter immobiler werden, grundsätzlich also weniger Geld benötigen. Der Nachteil: Fallende Renten bieten keinen Inflationsausgleich. Zudem vereinbart der Musterkunde eine garantierte Rentenzahlung von zehn Jahren. Das heißt, stirbt der Versicherte früher, muss sein Anbieter die Zahlung bis zum zehnten Jahr an einen seiner Angehörigen fortsetzen.

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