Von Karsten Stumm
Geld vom Staat
Nach Angaben des Bundesbildungsministeriums ist ein Universitätsstudium hierzulande im Schnitt nicht mehr unter 40.000 Euro zu haben. Dazu kommt der fast schon obligatorische Auslandsaufenthalt, der nochmals mit einigen Tausend Euro zu Buche schlägt. Das aber ist eine Summe, die selbst für viele Eltern aus der bürgerlichen Mitte oft nicht ohne Vorsorge aufzubringen ist. Fast 78 Prozent aller Eltern in Deutschland machen sich dann auch Sorgen um die Zukunft ihrer Kinder, ermittelte kürzlich das Meinungsforschungsinstitut Emnid im Auftrag der Düsseldorfer Arag-Versicherung.
"Schon für die bürgerliche Mitte ist es unsicherer denn je, ob ihr Nachwuchs den hart erkämpften familiären Status wird halten, gar ausbauen können", beschreibt Franz Walter, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Göttingen, das Unbehagen der deutschen Mittelschicht. Noch weit schwerer dürfte die Studiumsfinanzierung da den geschätzt vier Millionen Bundesbürgern fallen, die nach Meinung des sozialwissenschaftlichen Heidelberger Sinus-Instituts zu den Schwachen der Republik zählen. Doch es gibt Möglichkeiten, finanziell vorzusorgen.
Der Bund unterstützt weniger vermögende Eltern beispielsweise mit einer erklecklichen Summe Kindergeld pro Monat. Rund 150 Euro gibt es für den Nachwuchs bar aufs Konto. Wirtschaftlich besser gestellten Paaren erlässt der Fiskus stattdessen bis zu 7680 Euro Steuern jährlich. Und darüber hinaus dürfen Eltern hierzulande bis zu 4000 weitere Euro so genannter Betreuungskosten von ihrem zu versteuernden Einkommen abziehen.
Wer diese Ersparnisse oder die Staatszahlung nicht für den Lebensunterhalt der Familie verplanen muss, kann damit aus heutiger Sicht für das womöglich fällige Studium seiner Kinder vorsorgen. Denn 150 Euro monatliche Sparrate wird man brauchen, um nach 18 Jahren Sparzeit die rund 45.000 Euro für ein Hochschulstudium in Deutschland zusammenzubekommen, zeigt unser Vergleichstest unter den attraktivsten Ausbildungsvorsorgemöglichkeiten. Nicht zuletzt deshalb, weil die Bundesregierung den Sparern ab Ende kommenden Jahres tiefer in die Tasche greifen will.
Die geplante Abgeltungsteuer verteuert die Vorsorgeanstrengungen erheblich. Ob Bausparvertrag, Sparbuch, Tagesgeldkonten oder Ansparpläne mit oder ohne Bonus - inklusive der Steuerbelastung ist die monatliche 150-Euro-Spargrenze schnell erreicht oder gar überschritten. Erst recht, wenn auch noch die erwartete Inflation über 18 Jahre mit ins Kalkül einbezogen werden würde. Umso wichtiger ist deshalb die Wahl der aktuell besten Sparform, um möglichst gut über die Runden zu kommen. Der folgende Überblick zeigt beispielsweise, dass sich Unternehmer Weiss bei seinem Ausbildungskostengeschenk nicht unbedingt für die rentabelste Variante entschieden hat.
"Ausbildungsversicherungen sind nichts anderes als Kapitallebensversicherungen unter anderem Namen. Nur ihre Rendite ist noch schlechter als die gängiger Lebensversicherungen", sagt Lilo Blunck vom Bund der Versicherten.
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