28.06.2007
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Schweizer Bankgeheimnis

Bollwerk in Ruinen

Von Beat Balzli

Das Schweizer Bankgeheimnis wird schon bald nichts mehr sein als schöner Schein. Über die "Bilateralen Verträge" können sich EU-Fahnder künftig in Fällen von Steuerhinterziehung auch auf eidgenössischen Konten Einblick verschaffen.

St. Gallen - Die Bank Wegelin in St. Gallen sitzt in einem herrschaftlichen Zunfthaus, nur der Müllcontainer am Eingang erinnert ans 21. Jahrhundert. Der Weg in die Chefetage führt durch eine holzgetäfelte Schalterhalle, hier hat sich in den vergangenen 95 Jahren kaum etwas verändert.

Nur noch Folklore: Das Schweizer Bankgeheimnis wird schon bald nichts mehr sein als schöner Schein
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REUTERS

Nur noch Folklore: Das Schweizer Bankgeheimnis wird schon bald nichts mehr sein als schöner Schein

"Kein Marmor", sagt Teilhaber Konrad Hummler, als wolle er sich für das altertümliche Interieur entschuldigen. Und holt zum Geschichtsexkurs aus - über die 1741 gegründete Bank und über ihren Gründer Caspar Zyli, der in Öl gemalt an der Wand des Sitzungszimmers hängt.

Hummlers Leidenschaft fürs Historische ist Programm. Während hinter den musealen Kulissen Spezialisten die ausgefeiltesten Finanzinstrumente konstruieren, gibt Hummler in der Öffentlichkeit den rebellischen Botschafter der guten alten Zeit.

Sein Herzensanliegen, das Schweizer Bankgeheimnis, ist mehr als eine Tradition, es ist ein Mythos. Es steht symbolhaft für alles, was die Welt mit dem Schweizer Finanzplatz verbindet, für Diskretion, Zuverlässigkeit - aber auch für schmutzige Geschäfte.

Gefunden in:
SPIEGEL 26/2007

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Das Bankgeheimnis verpflichtet die Bankangestellten zum Schweigen über ihre Kunden, es gilt als Bollwerk gegen Schnüffeleien ausländischer Behörden. Bei den Steuerämtern auf der ganzen Welt ist es wenig beliebt, aber auch der Starbankier Hans J. Bär lästerte vor einigen Jahren in seinen Memoiren, "es macht uns fett, aber impotent".

Konrad Hummler ist es heilig.

"Der Großteil des ausländischen Geldes liegt aus diesem Grund hier", sagt er. Er ärgert sich über die Rechtshilfe für ausländische Ermittlungsbehörden, sie geht ihm schon viel zu weit. Er sagt: "Man arbeitet gar mit Unrechtsstaaten zusammen, nur weil sie in der Uno sind."

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