Von Karsten Stumm
Neue Geldmarktfonds als Alternative
Selbst Anleihenfans, die dem Rat des Informationsdienstes für Bundeswertpapiere in Düsseldorf folgten und deshalb Finanzierungsschätze oder Obligationen der Bundesrepublik Deutschland statt Bundesschatzbriefe kauften, erhalten nach Abzug der Inflationsrate nur wenige Renditepünktchen. Auch Bundesanleihen mit längerer Laufzeit werfen momentan gerade mal 4,5 Prozent Rendite ab. Und die beliebten Sparbriefe der Banken bringen bei drei Jahren Laufzeit derzeit im Schnitt nur 4,3 Prozent Zinsen, haben Finanzdienstleister ermittelt.
Das vielleicht attraktivste Zinsangebot bieten da womöglich sogar Geldmarktfonds, denn die haben eine attraktive Wandlung hinter sich. Neben den klassischen Geldmarktinstrumenten können deren Fondsmanager das Geld ihrer Kunden mittlerweile auch in moderne Finanzinstrumente stecken, wie beispielsweise forderungsbesicherte Wertpapiere, sogenannte Asset Backed Securities; in ihnen sind oftmals Hypotheken- oder Konsumentenkredite gebündelt. Das bringt den Geldmarktfonds im Idealfall einen kleinen Renditekick. Genug, um unterm Strich in etwa so viel abzuwerfen, wie feinste Staatsanleihen mit langer Laufzeit. Doch Geldmarktfonds-Anleger können ihre Anteile börsentäglich zu Geld machen, sind damit nicht über Jahre gebunden und bleiben flexibel.
Darüber hinaus bleiben Geldmarktfonds zumeist von Kursverlusten bei steigenden Zinsen verschont, wohingegen viele Anleihenfonds genau damit zu kämpfen haben. Klassiker unter den Rentenfonds wie der DWS Interrenta
, Allianz-Dit Eurobond Total Return
oder Uni Eurorenta
haben nicht zuletzt deshalb seit Jahresanfang zwischen 1,3 und 2,4 Prozent an Wert verloren. Kein gutes Umfeld also für Rentenfonds, solange Experten steigende Zinsen in Euroland für möglich halten.
"Für die Europäische Zentralbank gibt es keinen Grund zum Aufatmen. Die Risiken für eine stärker steigende Inflation bestehen noch immer", sagt Postbank-Experte Brian Mandt. Und Paul Lavelle, Fondsmanager des Fidelity Funds - Euro Bond Fund, ergänzt gegenüber manager-magazin.de: "Aufgrund der hohen Auslastung der Unternehmen könnten die Preise steigen; ebenso würde eine zunehmende Dynamik bei den Lohnsteigerungen den Inflationsdruck erhöhen. Sollten die Teuerungsraten in wichtigen Märkten stärker als erwartet anziehen, könnten die Notenbanken mit weiteren Zinsanhebungen reagieren. Viele Händler befürchten, dass dies weitere Kurskorrekturen bei Anleihen zur Folge hätte."
Selbst Börsenprofis halten sich derzeit zudem bei vielen Unternehmensanleihen vornehm zurück. Das Renditeplus verglichen mit deutlich weniger riskanten Staatsanleihen ist derzeit gering - nicht zuletzt aufgrund der guten Konjunktur. Viele Firmen können ihren Finanzbedarf derzeit sogar aus der eigenen Kasse decken und müssen Anleger deshalb nicht gegen üppige Zinsen um Bares anpumpen. "Unternehmensanleihen sind damit im langfristigen historischen Vergleich weiterhin sehr teuer", sagt Postbank-Spezialist Marco Bargel.
"Für Anleger, die dem Anleihenmarkt deshalb extrem scheu entgegentreten, so wie wir selbst, bleiben wohl nur Beteiligungen im Bereich der kurzen Laufzeiten übrig, die typischerweise weniger zinssensibel reagieren. Ob solche Investments dann allerdings noch mehr Geld abwerfen als der Geldmarkt, muss man schon im Einzelfall prüfen", sagt der Kölner Portfoliomanager Zschaber.
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