23.05.2007
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Börse Asien

Mitte aus dem Gleichgewicht

Von Karsten Stumm

2. Teil: Deutschland wird betroffen sein

Deutschland wird betroffen sein

All das kann den Anlegern in Deutschland nicht egal sein. Sollte es an Chinas boomenden Aktienbörsen den befürchteten Kurseinbruch geben, müssen auch Investoren anderswo in der Welt zumindest übergangsweise Kursverluste befürchten. Denn das hat es Ende Februar schon einmal gegeben:

Börse Frankfurt am Main: Geht es in China bergab, dürften auch die Kurse in Deutschland trudeln
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DPA

Börse Frankfurt am Main: Geht es in China bergab, dürften auch die Kurse in Deutschland trudeln

Als Chinas Börsen damals um 9 Prozent einbrachen, verlor der Deutsche Aktienleitindex Dax in den folgenden Tagen nahezu genauso deutlich an Wert. Und das, obwohl die hohen Kurse nach Expertenmeinung hierzulande noch immer von den nachhaltig steigenden Gewinnen der Firmen gedeckt seien.

Davon allerdings ist China weit entfernt. Die Kurse in Shanghai haben mittlerweile ein Niveau erreicht, das gemessen an den Gewinnen der dort gelisteten Firmen deutlich höher liegt als die entsprechende Kennziffer im Dax. Dass die Unternehmen des asiatischen Riesenreichs das Wirtschaftswachstum Chinas im ersten Quartal des laufenden Jahres bereits wieder um etwa 11 Prozent verglichen mit der entsprechenden Vorjahresperiode in die Höhe getrieben haben, ändert daran auch nichts.

Chinas Zentralbank versucht jetzt zumindest gegenzusteuern und die bollernde Wirtschaft des Landes ein wenig zu zügeln. Die Notenbanker haben die Mindestreservequote für Bankeinlagen jetzt bereits zum siebten Mal im laufenden Jahr erhöht; damit sinkt auch der Kreditvergabespielraum der chinesischen Geschäftsbanken. Und in den vergangenen Monaten hatten offenbar immer mehr Chinesen Kredite aufgenommen, um mit dem geborgten Geld an der Börse zu spekulieren. Dieser Geldstrom an Chinas Aktienmarkt könnte nun geringer werden.

Zudem hob Chinas Notenbank am vergangenen Freitag den Leitzins des Landes an und weitete die Handelsspanne für die Staatswährung Yuan gegenüber dem US-Dollar auf 0,5 Prozent aus; bisher war diese pro Tag auf 0,3 Prozent in beide Richtungen begrenzt. Damit dürfte die chinesische Währung in den kommenden Monaten deutlich schneller aufwerten als bisher - und vielleicht auch das überschäumende Wirtschaftswachstum des Staates dämpfen.

Ob das allerdings reicht um die galoppierenden Kurse an Chinas Börse unter Kontrolle zu bekommen, bezweifeln selbst chinesische Finanzexperten. "Die Regierung will, dass die Kurse steigen. Deswegen reichen die jüngsten Schritte der Notenbank nicht allzu weit", sagte Xu Yinhui von Guotai Junan Securities, der die Notenbank des asiatischen Landes berät. Vielleicht liegen die Bundesbürger ja doch nicht so falsch mit ihrer Aktienvorsicht, die Chinas Bürger derzeit nicht verstehen.

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