Donnerstag, 9. Februar 2012, 17:41 Uhr

manager magazin



07.05.2007
 

Steueroasen

Warum in die Ferne schweifen?

Von Arvid Kaiser

Mit null Steuern empfehlen sich Kleinstaaten in Übersee deutschen Steuerflüchtlingen. Doch wer sein Vermögen in Übersee verstecken will, geht ein hohes Risiko ein. Die kostengünstigere Variante ist für die meisten die Fahrt in verschwiegene Nachbarländer.

Braunschweig - Es heißt, dass Kapital weltweit immer in die steuergünstigste Anlagegegend strömt. Die Bundesregierung will mit der geplanten Unternehmensteuerreform ebenso wie mit der vergangenen Reform der Einkommensteuer Punkte in diesem Wettbewerb machen. Doch die Gewinner dieses Wettlaufs stehen schon fest.

Mehrere über den Globus verteilte Kleinstaaten wie die karibischen Cayman-Inseln oder Vanuatu im Pazifik haben die Sätze für Einkommen- und Erbschaftsteuer, Vermögen- und Körperschaftsteuer längst auf 0 Prozent festgelegt. Auch der Pyrenäenstaat Andorra verzichtet weitgehend auf direkte Steuern. Mehrere andere Länder verlangen keine Abgaben von speziellen Gesellschaften wie Trusts oder Holdings, die Ausländern gehören.

Trotzdem scheuen die meisten vermögenden Deutschen den Weg in die entfernten Steuerparadiese. Wesentlich beliebter ist das "Ausflaggen" in Nachbarländer wie die Schweiz, wo zwar Steuern fällig werden, diese aber deutlich unter den deutschen Sätzen liegen.

"Es ist ja nicht so, dass die Leute keine Steuern zahlen wollen", meint der Münchener Autor Hans-Lothar Merten, Verfasser der Jahrbücher "Steueroasen" und "Kapitalanlage in Steueroasen". Nur die Höhe sei das Problem. Außerdem gebe es ganz profane Gründe für diese Zurückhaltung: "Sie müssen Ihren Freundeskreis aufgeben." Denn die deutschen Finanzämter lassen natürlich nicht freiwillig Millionäre und deren Millionen davonziehen. Das Außensteuergesetz stellt hohe Hürden auf, um der Steuerpflicht zu entgehen. Hier gilt das Welteinkommensprinzip, das heißt, deutsche Steuerbürger müssen Abgaben auf alle Einkünfte leisten, die sie beziehen, egal woher.

"Wer Erbschaftsteuer sparen will, muss seinen ersten Wohnsitz zwingend in einer Steueroase wählen", sagt Merten. Auch die Einkommensteuer lasse sich nur mit einer radikalen Trennung vom Heimatland umgehen. "Schon ein Gästezimmer oder eine untervermietete Wohnung in der alten Heimat wird steuerlich zum Verhängnis", warnt Merten. Das habe Tennisstar Boris Becker bei seinem ersten Versuch, in die Schweiz zu übersiedeln, zu spüren bekommen. "Er hatte bei seiner Schwester in Deutschland noch ein Zimmer. Das hat ihn Millionen gekostet."

Etwas leichter sei es, Steuern auf Unternehmenseinkünfte zu sparen. Hierzu bieten sich beispielsweise Trusts in Steueroasen an, doch auch da muss nachgewiesen werden, dass das Geschäft nicht in Deutschland stattfindet.

Diesen Artikel...

Social Networks

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon
  • Windows Live
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yigg

© manager magazin Online 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH












Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service manager magazin mobilmm mobil Twitter-FeedsTwitter-Feeds
Angebote von A bis ZAngebote von A-Z SPIEGEL-Gruppe - Nachdruckrechte und LizenzenNachdrucke WährungsrechnerWährungsrechner
Ihr persönliches DepotDepot Newsletter-Abo: managerupdateNewsletter-Abo Werbung buchenWerbung buchen
E-MailE-Mail RSSRSS-Newsfeed Info: Wir über unsWir über uns
KurseKurse Der Shop von manager magazin und Harvard Business ManagerShop manager-magazin.de als Startseite einrichtenmm.de als Startseite
Partnerangebote
Analysieren Sie online Ihren Standort im Vergleich zu den Besten mit CONTOR-REGIOContor-Regio:
Analysieren Sie
online Ihren Standort
Seminarmarkt: Tanken Sie KarrierewissenSeminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
imedo Arztsuche: Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker und Apothekenimedo:
Ärzte, Heilpraktiker, Apotheken
Handytarife: Finden Sie den passenden TarifHandytarife:
Finden Sie den passenden Tarif
Medführer: Finden Sie Ihren Arzt oder Ihre KlinikMedführer:
Finden Sie Ihren Arzt
oder Ihre Klinik
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug?GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Nach oben