07.03.2007
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Wein als Geldanlage

Flüssiges Kapital

Von Rita Syre, Hattenheim am Rhein

2. Teil: Welche Weine sich lohnen

Welche Weine sich lohnen

Demnächst wird sich wieder der Tross der Weinexperten auf den Weg in die Weingüter machen. Sie machen Fassproben von den Weinen der besten Lagen, den Premiers Crus. Dazu zählen Château Lafite-Rothschild, Château Mouton-Rothschild, Château Latour, Château Margaux und Château Haut-Brion. Interessant sind zudem einige andere renommierte Weingüter wie Pétrus, Cheval blanc oder Château d'Yquem.

Luxusproduktion: Weinlese des Château Haut-Brion im Bordelais
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DPA

Luxusproduktion: Weinlese des Château Haut-Brion im Bordelais

Das Urteil der Experten bestimmt die Preise, zu denen die neuen Weine jetzt verkauft werden, obwohl sie erst Jahre später auf Flaschen gezogen ausgeliefert werden. Das aber macht das Geschäft mit dem Wein heikel. "Erst nach etwa zehn Jahren kann die Qualität eines Weins beispielsweise aus dem Bordeaux gut eingestuft werden", meint Paulson. Dieser lange Zeitraum bietet reichlich Raum für Fehlspekulationen.

So gab es denn auch auf dem Weinmarkt bereits eine Art Crash. "Mit dem 72er Bordeaux hat sich der Markt verspekuliert", erinnert er sich. Die Qualität des Jahrgangs habe sich als schlecht herausgestellt. Paulson rät deshalb, nur trinkreife Weine zu kaufen, auch wenn die teurer seien. Denn da wisse der Sammler, was er kaufe.

Die Trinkreife haben nun die Bordeaux-Jahrgänge 1986, 1988 und 1990 erreicht. Sie hätten gehalten, was sie vor mehr als zehn Jahren versprachen, urteilt Paulson. Dementsprechend schnell würden diese Jahrgänge nun vom Markt verschwinden. "Die 80er Jahre haben eine große Zahl sehr, sehr guter Jahrgänge hervorgebracht, für die die Preise sehr steil steigen", sagt er. Paulson empfiehlt vor allem Weine des Château Mouton-Rothschild als Kapitalanlage. Nur etwa 300.000 Flaschen des Erstweins werden dort jährlich abgefüllt.

Zwei bis drei Domänen im Burgund hätten ebenfalls eine gute Qualität, und die Weine seien gleichzeitig ausreichend knapp. Die kalifornischen Weine seien dagegen für Anleger nicht interessant. "Die Weinmenge ist zu hoch und sie haben keine Geschichte", erklärt Paulson. Vor allem aber würden sie mit zunehmendem Alter nicht in ausreichendem Maß besser. Und darauf komme es nun mal an. Mit diesen Eigenschaften können seiner Ansicht nach nur rund 30 Weine glänzen. Allein das treibt schon die Preise.

Man dürfe bei allem Big Business nicht vergessen, dass es in der Regel nur zwei bis drei Jahrgänge in einem Zeitraum von zehn Jahren gebe, die als Kapitalanlage überhaupt die notwendige Qualität hätten. Aber diese natürliche Knappheit des Gutes Wein mache auch den Reiz dieses Marktes aus.

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