Donnerstag, 9. Februar 2012, 23:56 Uhr

manager magazin



01.02.2007
 

Fondskosten

Der Eiszeiteffekt

Von Arne Gottschalck

Wer Vermögen aufbauen will, kommt an Investmentfonds kaum vorbei. Und damit auch nicht an deren Gebühren. Doch diese steigen stetig. manager-magazin.de sagt Anlegern, worauf Sie achten müssen.

Hamburg - Manche Umwälzungen geschehen in aller Öffentlichkeit, quasi mit einem Knalleffekt. Andere wiederum lassen sich Zeit und wälzen sich gletschergleich voran. Langsam, aber unaufhaltsam. Die Kostenbelastung bei den Investmentfonds scheint so ein Fall zu sein. Denn seit geraumer Zeit steigt die Kostenbelastung der Anleger langsam aber stetig. Dabei beginnt so eine Entwicklung ganz harmlos.

  Steter Vormarsch:  Die Kosten der Fonds steigen
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DDP

Steter Vormarsch: Die Kosten der Fonds steigen

Nämlich mit dem Einstieg in den Fonds und der dann fälligen Eintrittsgebühr, dem Ausgabeaufschlag. Der schwingt bei Aktienfonds in Deutschland um die 5 Prozent, bei Anleihenfonds sind es gut 3 Prozent. Freilich, es geht auch billiger. Wer zu den sogenannten No-Load-Fonds greift, bekommt den Eintritt fast geschenkt. Denn bei diesen wird kein Ausgabeaufschlag fällig. Dafür aber greifen die Fondsanbieter an anderer Stelle zu. Immerhin, überrascht muss sich von dieser Gebühr niemand zeigen - sie wird in den Datenblättern (Factsheets) und Prospekten klar ausgewiesen.

Auch die Höhe der Verwaltungsgebühr führen die Fondsgesellschaften treulich auf. Dieser Obolus wird jährlich fällig und liegt bei 0,5 bis 1,5 Prozent, je nach Art des Fonds. Aktienfonds sind etwas teurer, Rentenfonds etwas billiger. Halb so schlimm, möchte man meinen - und läge völlig falsch. Denn Fonds sind grundsätzlich ein langfristig orientiertes Investment. Zehn Jahre sollte beispielsweise ein Aktienfonds schon im Depot ruhen. Zehn Jahre also, in denen stetig 1,5 Prozent an die Fondsgesellschaft fließen. In der Summe ist das eine ganze Menge. Der Ausgabeaufschlag wirkt da im Vergleich wie ein Schnäppchen.

Zumal die Verwaltungsgebühren tendenziell steigen. Das belegt eine aktuelle Berechnung von Lipper Fitzrovia, einer auf die Kostenberechnung spezialisierten Agentur auf England. Lagen sie 2001 für einen global anlegenden und aktiv verwalteten Aktienfonds noch bei 1,21 Prozent im Schnitt, waren es 2006 bereits 1,39 Prozent. Damit befindet sich diese Gebühr in guter Gesellschaft. Denn auch die sonstigen Kosten des Fondsinvestments steigen.

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