Hamburg - Das sind die Verbraucher, die Milliarden bewegen: Mindestens 3,2 Millionen Bundesbürger planen offenbar, auf eine anderen Kfz-Versicherung oder einen neuen Tarif umzusteigen, hat der MLP-Finanzvertrieb ermittelt, und die Zahlen scheinen nicht aus der Luft gegriffen. Denn selbst der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) schätzt, dass zumindest zwei Millionen bis drei Millionen private Kfz-Halter den Wechsel zu einem anderen Kfz-Versicherer erwägen. Somit planen immerhin 3 Prozent der deutschen Autofahrer, noch in diesem Jahr den Anbieter zu wechseln.
Auto-Versicherungen: Preis für Versicherungsschutz sinkt.
Die Stiftung Warentest fand bei einem Vergleich von 106 Tarifen heraus, dass derselbe Halter für dasselbe Auto zum Teil mehr als doppelt so viel Jahresbeitrag bezahlen muss – auch wenn das Preisniveau im Schnitt sinkt. Denn auf dem Milliardenmarkt der Autoversicherungen hat ein Preiskampf zwischen den Unternehmen eingesetzt.
Seit Mitte 2004 sind die Tarife für Kfz-Versicherungen so hierzulande im Schnitt bereits um rund 10 Prozent gesunken - und das obwohl die Auto-Zulassungszahlen gestiegen sind, schätzt der Autoversicherer HUK-Coburg; die Gesellschaft ist in Deutschland die Nummer zwei auf dem Autoversicherungsmarkt hinter der Allianz.
Zum Preiskampf beigetragen haben nicht Einzelhändler wie Tchibo, die plötzlich auch günstige Versicherungen verkauft haben. Mittlerweile bieten sogar die Autofirmen ihren Neuwagenkunden bereits vergleichsweise attraktive Autoangebote inklusive Fahrzeugversicherung und Kundendienst an. Zuletzt warb so beispielsweise Volkswagen um Kunden. Zudem nutzen Versicherungen günstige Auto-Tarife gerne, um mit Kunden ins Gespräch zu kommen - und ihnen bei Bedarf noch eine weitere Versicherung zu verkaufen.
"Nach den Preiskämpfen der vergangenen zwei Jahre ist bei den Prämien zwar langsam das Ende erreicht, aber in einzelnen Segmenten kann es noch leicht runtergehen", fürchtet deshalb sogar HUK-Vorstandssprecher Rolf-Peter Hoenen.
Nicht selten fällt es den Versicherten aber schwer, die angebotenen Tarife mit einander zu vergleichen. Schließlich offerieren die Gesellschaften ihrer Kundschaft mittlerweile unzählige Sondertarife:
Preisnachlässe gibt es beispielsweise, falls der mögliche Versicherungskunde auf dem Land wohnt und nicht in einer Großstadt mit höherer Unfallgefahr. Günstiger wird es in der Regel auch, sofern der Verbraucher sein Fahrzeug nachts in einer Garage unterstellen kann. Einige Versicherungen bieten mittlerweile sogar Sondertarife für Frauen oder Bahncard-Besitzer. Die Stiftung Warentest oder der Bund der Versicherten bieten deshalb professionelle Markt- und Preisübersichten an.
Insgesamt geben die Deutschen Jahr für Jahr mehr als 20 Milliarden Euro für den Versicherungsschutz ihrer Fahrzeuge aus, schätzt der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft. Insgesamt seien in Deutschland 55 Millionen Fahrzeuge zugelassen.
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