Von Lutz Knappmann, Lutz Reiche und Karsten Stumm
München - Die Zeiten des Neuen Marktes und seiner spektakulären Anlegerskandale sind längst vorbei. Schwarze Schafe und dreiste Abzocker tummeln sich nach Ansicht der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) aber nach wie vor auf dem Börsenparkett. Ob Managementfehler oder dubiose Steuertricks, unangemessen niedrige Übernahmeangebote oder Blockaden durch "räuberische Aktionäre", immer wieder sehen sich die Anleger um ihr Geld geprellt.
Mehr als 50 Unternehmen haben sich im vergangenen Jahr neu an der Börse listen lassen, sagte der SdK-Vorsitzende Klaus Schneider bei der Vorlage des "Schwarzbuch Börse 2005" am Dienstag in München. "Leider befinden sich unter den Zugängen nicht nur seriöse Unternehmen." Doch auch bekannte Traditionshäuser sind aus Anlegersicht nicht frei von Fehl und Tadel. Besonders sauer stoßen den SdK-Chronisten zudem die Geschäftsmethoden mancher milliardenschwerer Hedgefonds und Private-Equity-Gesellschaften auf.
In ihrem "Schwarzbuch Börse" prangern die Anlegerschützer alljährlich besonders spektakuläre Fälle an. Neben zahlreichen kleineren Unternehmen tauchen darin auch Namen wie die Deutsche Telekom
oder Infineon
auf. Die "goldene Zitrone" für den schlechtesten Börsengang des Jahres verlieh die SdK diesmal den Konsortialbanken des Bezahlfernsehsenders Premiere
. manager-magazin.de präsentiert die zwölf auffälligsten Beispiele für Investorenschäden aus Sicht der Anlegerschützer - von AHBR bis T-Online.
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Die übelsten Börsenfälle 2005 Bitte klicken Sie auf ein Foto, um zur Geschichte des jeweiligen Investmentfalls zu gelangen. |
Zu den erfreulichen Entwicklungen im Börsenjahr 2005 gehörte für die SdK die Stärkung der Aktionärsrechte durch ein Urteil des Bundesgerichtshofs im Fall des Medienunternehmens EM.TV
. Darin sei erstmals entschieden worden, dass nicht nur der Vorstand einer Aktiengesellschaft für eine Falschmeldung haftbar ist, sondern auch die Firma als Gesamtschuldner. Dadurch steigen die Chancen geprellter Anleger, finanzielle Entschädigung für ihre Verluste zu erhalten.
Eine deutliche Warnung sprachen die Anlegerschützer vor Investments in Zertifikaten aus. "Wer als Anleger dieses Produkt nicht hundertprozentig versteht, sollte die Finger davonlassen", sagte SdK-Vorstand Markus Straub. Der schlecht geregelte Markt sei "für Banken eine Spielwiese, wo sie Millionen abzocken können", sagte der Aktionärsschützer: "Bei Zertifikaten können die Banken dem Anleger gegenüber alles machen."
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