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02.12.2005
 

Beratertest

Die "Mystery-Shopper" und die Superreichen

Von Lutz Reiche

Sie arbeiten mit viel Geld, dem Geld der Reichen und Superreichen. Doch was sind sie wert, die Vermögensmanager in Deutschland? Stimmt die Qualität, wird der Kunde wirklich individuell bedient, oder bekommt er letztlich Massenware? Ein großer annoymer Markttest im deutschsprachigen Raum gibt Aufschluss.

Hamburg - 760.000 Vermögensmillionäre gibt es hier zu Lande, wie der "World Wealth Report 2005" von Cap Gemini und Merrill Lynch festgestellt hat. 12.400 Menschen erzielen jährlich mehr als eine Million Euro Einkommen, hat das statistische Bundesamt herausgefunden - das letzte Mal für das Jahr 2001. Doch wann zählt man zu den Reichen in Deutschland?

Ohne Vermögensmanager: Dagobert Duck packte sein ganzes Geld einfach in einen Speicher. Die Reichen im richtigen Leben machen es anders. Doch die Wahl ist schwer, wirklich professioneller Rat teuer. Zu den Besten dringen zumeist nur millionenschwere Kunden vor
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Ohne Vermögensmanager: Dagobert Duck packte sein ganzes Geld einfach in einen Speicher. Die Reichen im richtigen Leben machen es anders. Doch die Wahl ist schwer, wirklich professioneller Rat teuer. Zu den Besten dringen zumeist nur millionenschwere Kunden vor

Über das Ausmaß des Reichtums vermögender Menschen und die Abgrenzung wird mittlerweile trefflich debattiert. Die weltweit tätige Unternehmensberatung "Corporate Value Associates" (CVA) stellt das liquide Vermögen in den Mittelpunkt, klammert zum Beispiel Immobilienbesitz aus. Demnach spricht CVA - vorsichtig geschätzt - von 250.000 Hochvermögenden in Deutschland, die über ein liquides Vermögen von mehr als einer Million Euro verfügen. Unter dem Strich wären dies rund 600 Milliarden Euro Vermögen im Inland und weitere 300 Milliarden Euro im Ausland.

Die Debatte um die Abgrenzung darf man wohl als eine akademische bezeichnen. Tatsache ist: Seit mehreren Jahren werden die Reichen in Deutschland von Vermögensmanagern und Vermögensverwaltern heiß umworben. Der deutsche Markt gilt als attraktiv.

Große internationale Adressen wie UBS Chart zeigen oder ABN Amro Chart zeigen haben in den vergangenen Jahren deutsche Privatbanken und ebenso auf die reiche Klientel fokussierte Finanzdienstleister aufgekauft. Andere "Ausländer" suchen händeringend qualifiziertes Personal, die Citigroup Chart zeigen etwa will 200 Berater für das Private Banking neu einstellen, heißt es im jüngsten "Fuchsbriefe"-Report. Die deutschen Anbieter ziehen mit: Auch sie kaufen dazu, expandieren in die Fläche oder schießen viel Geld in den Ausbau ihrer Private-Banking-Abteilungen.

Die Top Ten Vermögensmanager für 2006 im deutschsprachigen Raum (Gesamtwertung)*
Institut L** Beratungs-
gespräch
Anlage-
vorschlag
Vertrauens-
basis
Ge-
samt
Maximalpunktzahl 40 40 20 100
Bank Gutmann A 39 28 18 85
Berlin & Co. D 39 30 16 85
Credit Suisse Deutschland D 36 33 16 85
Raiffeisenbank in Liechtenstein FL 37 32 16 85
Berenberg Bank D 34 27 18 79
Feri Wealth Management D 33 30 16 79
Avesco Financial Services D 31 29 17 77
Erste Bank A 34 24 18 76
M.M. Warburg & Co. D 33 25 18 76
Raiffeisenbank in Jungholz A 33 25 18 76
* von insgesamt 97 getesteten Vermögensmanagern in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Liechtenstein im Zeitraum April bis September 2005. L** = Land, A = Österreich, CH = Schweiz, D = Deutschland, FL = Lichtenstein; Quelle: Fuchsbriefe

Die Bandagen im Wettbewerb um die zahlungskräftige Klientel werden indes härter. Da werde der Kunde auch schon 'mal mit einem "Gebühren-Sabbatical" geködert. Im Klartext: ein Jahr Betreuung umsonst. Doch wie im richtigen Leben gibt es auch im Vermögensmanagement nichts zum Nulltarif, schon gar nicht individuelle Beratung. Am Ende zahle der Kunde den vermeintlich kostenlosen Rat über die Produkte, die ihm der Berater ins Depot legt.

Was also hat der Vermögende zu erwarten? Wird er mit seinen individuellen Wünschen und Zielen ernst genommen, finden sie sich in verständlichen Anlagevorschlägen wieder oder gibt es letztlich Massenware von der Stange?

Ein Fall für die "Private Banking Prüfinstanz", einer Kooperation des Finanzverlages "Fuchsbriefe", dem Institut für Qualitätssicherung und Prüfung von Finanzdienstleistungen (IQF) aus Hannover und der Frankfurter Ratingagentur für Vermögensverwalter "Firstfive". Ihr erklärtes Ziel: die ganzheitliche und professionelle Qualitätsmessung im Vermögensmanagement.

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