Von Lutz Knappmann
mm.de: Apple tummelt sich neben dem Computer- und dem iPod-Geschäft mittlerweile auch in einer Reihe vollkommen anderer Sparten, beispielsweise mit seinem iTunes-Musicstore. Schafft sich der Konzern damit nicht vollkommen neue Konkurrenzverhältnisse?
Köttner: Apple entwickelt sich etwas zu einem Medienunternehmen. Aber einen Medienkonzern wie EMI
mm.de: Mit anderen Worten ist der Hard- und Softwareabsatz also nach wie vor das wichtigste Geschäftsfeld für Apple?
Köttner: Ja, eindeutig. Apple will sicher nicht irgendwann CDs verkaufen, sondern hat sich im Musikgeschäft den lukrativen Teil ausgesucht, den einfachen Vertrieb über das Internet. Apple will mehr Dienste rund um seine Produkte anbieten. Und das ist sicher wichtig. Ich denke aber nicht, dass das Geschäft für EMI oder Time Warner
dadurch schwieriger oder schlechter würde.
mm.de: Aber Apple ist es immerhin gelungen mit iTunes beim Online-Musikverkauf sofort zum Marktführer aufzusteigen.
Köttner: In den vergangenen Jahren ist vieles richtig gut gelaufen bei Apple. Es ist aber immer schwer, so etwas in die Zukunft zu extrapolieren. Ich sehe das kritisch. Denn je größer die Zahl der Nutzer ist, desto schwieriger wird es zu wachsen. Sich immer weiter neue Geschäftsbereiche zu erschließen macht aber auch keinen Sinn. Man darf sich nicht zu sehr verzetteln.
mm.de: Können denn Anleger - auch über die Apple-Aktie hinaus - wieder beherzt zu Titeln aus der Hightech-Branche greifen?
Köttner: Die Hightech-Aktien sind immer noch nicht günstig bewertet. Es gibt nicht mehr so viele dieser Killerapplikationen, wie Ende der 90er Jahre. Damals war das Internet einfach etwas vollkommen Neues. Mobilfunk fand Verbreitung, das Jahr 2000 stand vor der Tür. Es gab viele neue Trends. So viele gibt es derzeit nicht. Ich glaube nicht, dass wir wieder ähnlich starke Wachstumsraten erleben werden. Die Bewertungen haben eine deutliche Prämie zum Gesamtmarkt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die noch ausgeweitet wird.
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