Von Lutz Knappmann
Der Kurs der Apple-Aktie
hat sich 2004 verdreifacht, seit Jahresbeginn ist er noch einmal um rund ein Drittel gestiegen. Kann die Entwicklung so weitergehen?
Köttner: Die ersten Probleme tauchen inzwischen auf. Der Wachstumsmotor kommt etwas ins Stottern. Der Grund, warum es bei Apple so rasant aufwärts ging, war der Musikspieler iPod. Anfangs haben sich die Leute auf Wartelisten setzen lassen, um eines dieser Geräte zu bekommen. Apple hat damals eine Million iPods im Quartal verkauft.
Mittlerweile sind es zwar fünf Millionen, aber jetzt hat mit dem Elektronikkonzern Creative Technology
- der ist im Geschäft mit den Musikabspielgeräten mit großem Abstand die Nummer Zwei hinter Apple - erstmals ein Wettbewerber eine Gewinnwarnung ausgegeben.
mm.de: Verkaufen sich iPods inzwischen schlechter?
Köttner: Es werden Stimmen laut, dass es Lagerbestände gibt. Die Zeiten, in denen die Kunden Schlange stehen mussten, sind vorbei. Man hat viele Geräte verkauft, und es sind mehr und mehr Konkurrenten auf diesen Zug aufgesprungen, beispielsweise Creative oder Sony
. Apple unterscheidet sich in diesem Geschäft vor allem im Design. Das gilt auch für die PC-Sparte. Das würde ich auch als die Kernkompetenz herausstellen.
mm.de: Für einen Hightech-Konzern ist es nicht unbedingt ein Kompliment, dass seine Kernkompetenz im Design liegt. Wie entscheidend ist das Design für den Erfolg von Apple?
Köttner: Es ist sehr wichtig. Diese Märkte entwickeln sich rasend schnell. Kaum hat ein Anbieter etwas Neues erfunden, springen viele Konkurrenten auf. Diesen Vorsprung kann man meist nicht lange halten. Deshalb ist es kein Schlag ins Gesicht, wenn ich sage, die Kernkompetenz ist das Design. Viele Unternehmen bauen diese Produkte nur nach. Und einen iPod, der schön aussieht und einfach zu bedienen ist, bekommen andere Unternehmen bislang nicht so hin.
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