Berlin/Hamburg - Die private Altersvorsorge mit Riester-Produkten fristet nach Ansicht von Experten immer noch ein Schattendasein. Bislang habe lediglich jeder fünfte der rund 30 Millionen Förderberechtigten einen Vertrag zur staatlich begünstigten Privatrente abgeschlossen. Das Hauptziel der Rentenreform sei damit noch lange nicht erreicht, heißt es in einer jetzt vorgelegten Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA).
Ladenhüter: Die Altersvorsorge mit der staatlich geförderten Riester-Rente verläuft weiter schleppend
Die Deutschen seien verunsichert und würden wegen der komplizierten Produkte häufig gar nichts mehr in puncto privater Altersvorsorge tun. Dieser Zustand sei nicht akzeptabel, denn weiten Teilen der Bevölkerung drohe dann im Alter eine finanzielle Unterversorgung. Deshalb fordern die Autoren der Studie, die Riester-Rente müsse einfacher und flexibler werden.
Die Suche nach dem "Mittelweg"
Mit der nach dem damaligen Arbeitsminister Walter Riester (SPD) benannten Altersvorsorge, wird in Deutschland erstmals eine private, kapitalgedeckte Rente staatlich über Steuererleichterungen oder Zuschüsse gefördert. Bei der Einführung der staatlich geförderten Privatrente im Jahr 2002 hatte sich der Gesetzgeber gegen eine Zwangslösung entschieden, die Überprüfung dieser Entscheidung aber bei geringer Akzeptanz vorbehalten. Um zu verhindern, dass die Riester-Rente gesetzlich verbindlich wird, plädiert das DIA nun für einen "Mittelweg".
Denkbar sei zum Beispiel ein Modell, bei dem der Arbeitgeber ohne Zutun des Beschäftigten Beiträge zur privaten Altersvorsorge von dessen Bruttolohn abzieht. Diese könne der Arbeitgeber so lange in Vorsorgeprodukte investieren, bis sich der Angestellte klar gegen eine private Altersvorsorge ausspreche oder andere Anlageformen vorschlage. Damit würde die zurzeit verbreitete Tatenlosigkeit beendet und die damit verbundene Gefahr einer finanziellen Unterversorgung weiter Bevölkerungsteile im Alter für die Zukunft gebannt, meinen die Experten des DIA.
Nach ihrer Erkenntnis klaffe die Lücke zwischen den Einkommen und der erwarteten staatlichen Rente immer weiter auseinander. Etwa ein Drittel der Altersbezüge müsste künftig aus der privaten Vorsorge kommen, heißt es in der Studie weiter. Riester-Verträge würden aber derzeit praktisch gar nicht mehr abgeschlossen.
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