Von Lutz Reiche
Chiphersteller müssen mitspielen
Für den Erfolg der Technologie sei aber entscheidend, in welchem Ausmaß die Chiphersteller ihre Produktion entsprechend anpassen werden. Viele Chipproduzenten dürften die aufgehellte Marktsituation jetzt dazu nutzen, um in diese Zukunftstechnik zu investieren und ihre Fabriken umzurüsten, meint der Fondsmanager.
Als vergleichbarer und unmittelbarer Wettbewerber von Siltronic gilt der Waferhersteller MEMC
. Nach Angaben des Branchenverbandes "Semi" hatte das US-Unternehmen im vergangenen Jahr einen Marktanteil von 13 Prozent, der von Siltronic lag bei 15 Prozent. Zwischen 1998 und 2002 wies das US-Unternehmen Verluste aus, konnte im Gegensatz zu Siltronic im vergangenen Jahr aber wieder schwarze Zahlen schreiben, sagt "Fairesearch"-Analyst Steffen. Zugleich stieg der Umsatz um rund 14 Prozent auf 781 Millionen US-Dollar im Vergleich zu 877 Millionen Euro bei Siltronic.
Vorstand umschifft konkrete Ergebnisprognose
Eigenen Angaben zufolge verbuchte Siltronic infolge hoher Restrukturierungskosten, der Dollarschwäche und des hohen Preisverfalls bei alten Wafertechnologien im vergangenen Jahr einen Verlust von 87 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern (Ebit). Auf der Bilanzpressekonferenz Ende Februar sagte Finanzvorstand Günter Koch zwar ein besseres Ergebnis für das laufende Jahr voraus, ließ aber offen, ob unter dem Strich wieder ein Gewinn stehen wird.
Damit ist selbst nach Einschätzung der zum Konsortium zählenden WestLB nicht zu rechnen. Sie erwartet für das laufende Jahr ein Ebit von zwölf Millionen Euro bei leicht fallenden Umsätzen von 867 Millionen Euro. Der Jahresfehlbetrag dürfte sich auf 17 Millionen Euro belaufen, die Deutsche Bank prognostiziert gar ein Minus von 39 Millionen Euro. Erst im kommenden Jahr dürfte Siltronic einen Nettogewinn erwirtschaften, heißt es.
Zugleich drücken Siltronic rund 660 Millionen Euro Schulden. Etwa 360 Millionen Euro davon entfallen auf ein Gesellschafterdarlehen des Mutterkonzerns Wacker-Chemie, das in Eigenkapital umgewandelt werden soll. Das Unternehmen hat in diesem Zusammenhang Spekulationen der "Financial Times Deutschland" (FTD) scharf zurückgewiesen, dass dadurch der Anteil künftiger Aktionäre bereits im Vorfeld des IPO verwässert werde und die neuen Teilhaber auf diesem Wege die Entschuldung des Unternehmens bezahlen müssten. Ebenso wies Siltronic den Verdacht zurück, es habe seine Bilanz im Vorfeld des Börsengangs geschönt.
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