Von Kai Lange
"Wer einen Fluss überquert, muss die Steine darin spüren." Der Ausspruch des ehemaligen Staatschefs Deng Xiaoping kann auch für China-Investoren ein Wegweiser sein: Trotz der laut Goldman Sachs "gewaltigsten Wachstumsstory der Welt" hat das Riesenreich noch einen langen und steinigen Marsch in Richtung freie Marktwirtschaft vor sich.
Aufholjagd: Das rasante Wachstum Chinas sorgt nicht nur bei US-Präsident Bush für Nervosität
Acht Prozent Wachstum pro Jahr
Allzu lange dürfte das nicht dauern, wenn man allein auf die Wachstumsdynamik blickt. Trotz des Irak-Krieges und der Lungenseuche SARS in Asien hat China auch im Jahr 2003 ein Wirtschaftswachstum von mehr als acht Prozent geschafft. Die Exportraten klettern zweistellig, und die direkten Investitionen ausländischer Unternehmen nehmen stetig zu.
Deutschland bald eingeholt - auch USA werden nervös
Bereits jetzt ist China die sechstgrößte Wirtschaftmacht der Welt und die führende Wirtschaftsmacht in Asien. Im Schatten der Ordnungsmacht USA konzentriert sich das Land auf seine weitere Entwicklung: Bereits in zehn Jahre könne China mit seiner Wirtschaftsleistung zu Deutschland aufschließen, prognostiziert Paul O'Neill, Chefvolkswirt von Goldman Sachs. Den entwickelten Industriestaaten wird diese Aufholjagd unheimlich: Die USA drängen immer lauter auf eine Aufwertung der chinesischen Währung Renminbi Yuan (RMB), und US-Präsident George W. Bush hat sogar den Charme von Schutzzöllen wieder entdeckt, um den Schwung des "billigen Riesen" China zu bremsen.
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