Unterm Hammer: Shorties konnten an sinkenden Kursen der MLP-Aktie gut verdienen
Wer hat den Treppensturz der MLP-Aktie in den vergangenen Tagen ausgelöst? Eine Mitschuld an den herben Verlusten - von zeitweise mehr als 30 Prozent - gab der Vorstand des Finanzdienstleisters, Bernhard Termühlen, den Leerverkäufern (Short Sellern) am Börsenmarkt: "MLP wird seit einem Dreivierteljahr immer wieder mit Gerüchten konfrontiert, die den Kurs unter Druck bringen. Wer dahinter steckt, wissen wir nicht. Aber es ist bekannt, dass MLP stark gehedgt wird", sagte der Vorstandschef in einer Notfall-Pressekonferenz. "Hedgen" (sichern) bedeutet in der Börsianer-Sprache, dass man durch Leerverkäufe oder den Einsatz spezieller Futures oder Puts auf fallende Kurse spekuliert.
Shortie Soros und der Gewinn seines Lebens
Am Morgen war ein Bericht der "Börse online" erschienen, in dem Widersprüche in der Bilanz des Dax-Konzerns angeprangert wurden - der Kurs brach binnen Stunden um zeitweise mehr als 20 Prozent ein. Wer auf fallende Kurse spekuliert hatte, konnte so in kürzester Zeit ein Vermögen machen - und am folgenden Tag sackte die MLP-Aktie noch einmal wie ein Stein in die Tiefe. Termühlen vermutete öffentlich eine "konzertierte Aktion", und beteuerte ein ums andere Mal die Seriosität der MLP-Bilanz. Vergebens - die MLP-Verlustdelle konnte bis heute bei weitem nicht wieder ausgeglichen werden.
Was ist dran an Termühlens These, dass die Short Seller ihre Macht an der Börse gegen die MLP-Aktie ausgespielt haben? Ein Nachweis fällt schwer, denn in nervös-sensiblen Aktienmärkten kann auch allein die Verunsicherung der Anleger für schwere Kursabschläge sorgen. Verbrieft ist allerdings, dass ein mächtiger Short Seller sogar eine Landeswährung in die Knie zwingen kann. George Soros brachte das Kunststück vor zehn Jahren jedenfalls noch fertig. Durch sein Spiel mit Milliarden-Einsätzen, dem sich andere Shorties anschlossen, drückte er das britische Pfund um mehr als fünf Prozent - und heimste den Gewinn seines Lebens ein. Kann ein Short Seller ähnliche Vernichtungskraft auch gegen eine Dax-Aktie einsetzen?
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