Mittwoch, 19. Dezember 2018

Euro 500 Die Methode des Rankings

Der manager-magazin-Vergleich der 500 größten Konzerne Europas ist einzigartig. Keine andere Untersuchung analysiert die Firmen derart akribisch.

Zum 13. Mal hat manager magazin die 500 größten Börsenfirmen Europas einem minutiösen Test unterzogen. Das ist in seiner Qualität und Aussagekraft einzigartig. Finanzprofessor Reinhart Schmidt von der Universität Halle und die Kapitalmarktexperten von Deloitte Consulting liefern mit ihrer detaillierten Analyse der Bilanzdaten und Börsenkennzahlen ein genaues Bild der Wertschaffung europäischer Topkonzerne.

 Aktien-Check: Europas 500 Topkonzerne im Crash-Test
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Aktien-Check: Europas 500 Topkonzerne im Crash-Test
Welchen Unternehmen gelingt es, auch in schwierigen Zeiten das Vermögen ihrer Aktionäre zu mehren? Wer entpuppt sich hingegen als Wertvernichter? Um das herauszufinden, prüfen die Experten der Uni Halle und das Deloitte-Team mehr als 20.000 Daten aus 600 Jahresabschlüssen. In keinem anderen Ranking werden die Firmen derart akribisch durchleuchtet.

Die Grundidee der Untersuchung ist simpel. Nur Unternehmen, die eine höhere Rendite auf ihr Kapital erzielen, als sie dafür an Börsen und Anleihemärkten ausgeben müssen, steigern das Vermögen ihrer Aktionäre.

Basis der Untersuchung ist der Stoxx-Gesamtindex, der die 600 größten europäischen Börsenfirmen nach Marktkapitalisierung und "Freefloat" (Anteil frei handelbarer Aktien) zusammenstellt. Daraus werden die 500 größten Unternehmen herausgefiltert. Aus methodischen Gründen bleiben reine Immobilienunternehmen und Beteiligungsgesellschaften mit ausschließlich börsennotierten Töchtern außen vor. Ebenso sind Unternehmen, deren Börsengang weniger als 24 Monate zurückliegt, im Test nicht berücksichtigt.

Innere Wertschaffung

Welche Firmen sind fundamental in Topform? Um diese Frage zu beantworten, bestimmen die Spezialisten von Deloitte Consulting zunächst für jedes der 500 Unternehmen die Kosten, die für die Beschaffung des Eigenkapitals erwirtschaftet werden müssen (risikofreier Zinssatz plus Risikoprämie des Geschäfts).

 Finanzexperte: Professor Reinhart Schmidt von der Uni Halle
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Finanzexperte: Professor Reinhart Schmidt von der Uni Halle
Professor Schmidt berechnet zeitgleich aus dem (um Sonderfaktoren bereinigten) Gewinn nach Steuern und dem korrigierten Eigenkapital die jeweilige Eigenkapitalrendite.

Aus diesen beiden Größen entsteht die fundamentale Überrendite. Bei einem gesunden Unternehmen zeigt diese erste zentrale Kennzahl des die "innere" Wertschaffung. Um wie viele Prozentpunkte übersteigt die Eigenkapitalrendite die Kosten der Kapitalbeschaffung? Bei Firmen, die rote Zahlen schreiben oder deren Eigenkapitalkosten höher sind als die Rendite, ist diese Maßzahl negativ.

Zusätzlich ermittelt Schmidt aus den Bilanzen der 500 Firmen weitere Kennzahlen, die die Wertsteigerung eines Unternehmens stark beeinflussen: Umsatzwachstum, Ebitda-Marge (operativer Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen in Prozent vom Umsatz) sowie die Investitionsausgaben.

Börsenperformance

Welche Unternehmen verschaffen ihren Aktionären einen echten Mehrwert? Das ist die zweite zentrale Frage der .

Die Experten von Deloitte Consulting ermitteln dafür zunächst den Total Shareholder Return (TSR), den durchschnittlichen jährlichen Ertrag eines Aktien-Investments als Summe aus Kursentwicklung und Dividende über zwei Jahre (Ende Juni 2000 bis Ende Juni 2002).

Von diesem TSR werden die Eigenkapitalkosten abgezogen. Das Ergebnis, die Überrendite an der Börse, zeigt an, um wie viele Prozentpunkte die Börsenperformance die Kosten übersteigt, die dem Unternehmen für sein Eigenkapital entstehen.

Abschließend fügt Schmidt die beiden Maßzahlen (fundamentale Überrendite und Überrendite Börse) zu einer einheitlichen Kennziffer zusammen: der Shareholder-Value-Performance. Dieser Wert bestimmt die Rangfolge der Euro 500.

Die Ergebnisse aller Firmen sind in der großen nicht nur in einer Gesamtübersicht geordnet, sondern lassen sich zum Beispiel auch nach Branchen sortieren. So können Sie die aussichtsreichsten Konzerne in jedem Industriesektor auf einen Blick identifizieren.


Aktien-Check 2002

Europas 500 Topkonzerne im Crash-Test


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