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manager magazin



17.03.2008
 

Immobilien

Wo das Betongold bröckelt

Von Arne Gottschalck

Immobilien gelten als Betongold - solide und mit stetigen Erträgen. Doch so einfach ist es nicht mehr. Denn während Gold von einem zum nächsten Rekord klimmt, sieht es bei Immobilien generell längst nicht so gut aus. Das belegt eine aktuelle Studie.

Hamburg - Die Furcht ist zurück, so beginnt die Unternehmensberatung PriceWaterhouse Coopers (PwC) ihre Studie zum europäischen Immobilien. Und zeigt damit fast so etwas wie die journalistische Tugend des Zuspitzens - denn längst nicht alle Märkte werden gleichermaßen von Furcht dominiert. Das zeigt schon ein Blick in die Ergebnisse der Umfrage unter fast 200 von PwC befragten Experten.

Die sehen immerhin für fünf der sieben Hauptkategorien der Immobilien moderate Aussichten für die Zukunft. Am besten sieht es für die Entwicklung von Immobilien mit gemischten Nutzungsmöglichkeiten aus, am schlechtesten für das Investment in Mietwohnungen. Doch auch bei den Wohnimmobilien schlägt das Pendel auf einer Skala von Exzellent bis Abscheulich ein Quäntchen mehr in die positive Richtung aus. Und betrachtet man den Wohnimmobilienmarkt Europas etwas genauer, fächert sich das Bild weiter auf.

PwC spricht davon, dass "Rücksetzer in einigen Märkten dazu geführt haben, Investoren weniger enthusiastisch zu stimmen." Im Schnitt bewerten die Experten die Aussichten für vermietete Apartments für ausreichend - im vergangenen Jahr lautete die Einschätzung allerdings auf "recht gut". Für Apartments, die verkauft werden sollen, ist die Stimmung noch etwas gedrückter.

Von "phänomenal" bis "Finger weg"

Regional sind die Unterschiede noch größer. Während Istanbul - "phänomenale Aussichten" - und Moskau fast einstimmig als positiv bewertet wird, raten die Experten von Brüssel ab. Unter den zehn Städten mit den meisten Kaufempfehlungen finden sich übrigens gleich vier aus Deutschland: München, Berlin, Hamburg und Frankfurt am Main. "Ein komplexer, aber potentiell profitabler Markt." Das bedeutet allerdings nicht, dass nicht auch andere Stimmen zu hören wären. Denn PwC ließ drei Antworten zu - die Kauf- sowie die Verkaufsempfehlung und den Ratschlag, die Immobilie zu halten. Diese wurden dann prozentual aufgeteilt. Und so kommt es, dass Städte wie Berlin zu den Kauf- wie Verkaufsempfehlungen gleichermaßen gehören.

Die Begründung für das Loblied auf Deutschland: Der Mangel an neuen Entwicklungen, die "auf historisch niedrigem Niveau sind und auch im Vergleich zu andern europäischen Ländern." Dazu komme die steigende Anzahl Haushalte sowie der zunehmende Platzverbrauch. "Jedes Jahr wird das ein halber Quadratmeter mehr."

Auffallend, so die Studie weiter, sei die zunehmende Segmentierung des Marktes, wie sie zum Beispiel Zweithäuser oder Ferienwohnungen in Südeuropa darstellen. Oder der Einsatz zusätzlicher Dienstleistungen wie eines Concierge-Services.

Dabei heißt Südeuropa noch lange nicht Kaufgelegenheit, wie das Beispiel Spanien zeigt. "Der spanische Markt ist völlig zusammengebrochen", so die Studie. Und etwas dezenter fasst es ein anderer in der Studie zitierter Experte zusammen: "Es wird Zeit brauchen, die neuen Preise zu absorbieren." Einfacher gesagt: In bestimmten Märkten ist etwas Furcht durchaus angebracht.

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