25.01.2001
Twitter GooglePlus Facebook

Börsenschluss
Rekordanstieg bei Letsbuyit

Die deutschen Standardwerte sind am Donnerstag der uneinheitlichen Entwicklung an den US-Börsen gefolgt. Die von den Märkten erhoffte belebende Wirkung von Greenspans Rede blieb aus. Vor allem die Wachstumswerte im Nemax rutschten ab. Brokat litten unter Gewinnmitnahmen. Auch Intershop-Papiere standen auf der Verkaufsliste.

Hamburg - In New York legte der Dow Jones nach einer Rede von US-Notenbankchef Alan Greenspan etwas zu, während die US-Computerbörse Nasdaq Federn lassen musste. Der Deutsche Aktienindex Dax stieg zwar bis zum Ende des Parketthandels um 0,31 Prozent auf 6 727,49 Punkte, musste jedoch frühere Gewinne wieder abgeben.

Wieder einmal zog das Walldorfer Softwarehaus SAP den Dax aus der Verlustzone. Es gebe aber "keine breiten Branchentrends" wie in den vergangenen Tagen, als vor allem die High-Tech-Werte zu den Gewinnern gehört hatten, sagte ein Börsianer. Der Titel verteuerte sich um 2,91 Prozent und kostete 203,40 Euro. Eine furiose Rallye in den letzten Handelsminuten verschaffte jedoch Metro den Ehrentitel des Tagessiegers: Plus 5,19 Prozent auf 52,70 Euro.

Sehr freundlich präsentierte sich die Aktie des Maschinenbauers MAN mit einem kräftigen Aufschlag von 4,05 Prozent auf 31,85 Euro. ThyssenKrupp profitierten von möglichen Folgeaufträgen beim Transrapid, begründete ein Händler die Kursgewinne. Nachdem der Auftrag in Shanghai unter Dach und Fach sei, hätten nun auch die Niederlande Interesse an der Magnetschwebebahn. ThyssenKrupp-Aktien kosteten 19,50 Euro - ein Aufschlag von 1,83 Prozent.

Die Wachstumswerte am Neuen Markt haben dagegen ihre Mittagsgewinne wieder eingebüßt und marschierten anschließend deutlich bergab. Erst in den letzten zwei Handelsstunden endete die Abwärtstendenz und mündete in eine Seitwärtsbewegung. Der Nemax 50 beendete den Handel mit einem Verlust von 2,13 Prozent auf 2.858,61 Punkte. Der alle Werte umfassende Nemax All-Share verlor 1,37 Prozent auf 2.866,15 Zähler.

Mit Spannung war die Rede des US-Notenbankchefs Alan Greenspan erwartet worden. Der Markt hatte sich Aussagen über die künftige Zinsspolitik der Fed erwartet, doch die Signale waren nicht so klar erkennbar, wie erhofft. Parallel zur Rede Greenspans rutschte die US-Technologiebörse Nasdaq ins Minus und zog quasi Hand in Hand auch die "kleine Schwester" Neuer Markt mit in den Keller. Offenbar, so Steffen Krautwald, Händler bei M.M. Warburg, sei der Markt doch von einer US-Zinssenkung um 50 Basispunkte ausgegangen und habe diesen Schritt bereits eingepreist. Nun sei aber auch eine Senkung um nur 25 Basispunkte möglich. Darauf reagiere der Markt nun nervös.

Insgesamt sei der aktuelle Verlust am Wachstumsmarkt nicht dramatisch. "Die Verkaufsfantasie, die noch vor wenigen Wochen herrschte, ist weg", meinte Krautwald. Allerdings sei der Markt in den vergangenen Tagen zu schnell "heiß" gelaufen. Jetzt komme es zu einer leichten aber durchaus gesunden Abkühlung

Aktie des Tages war Letsbuyit.com. Nachdem der Internet-Händler aus den Niederlanden in letzter Minute den Konkurs abwenden konnte, kletterte sie phasenweise um knapp 300 Prozent auf 0,95 Euro - ein noch nie da gewesener Anstieg. Dabei wurden mehr als 88 Millionen Aktien gehandelt. "Letsbuyit.com ist ein absoluter Zockerwert", sagte Chim Pries, Aktienhändler bei der DG-Bank. Nur spekulative Investoren würde da einsteigen. Zwischenzeitlich beruhigten sich die Anleger wieder etwas. Zuletzt lag Letsbuyit.com mit genau 200 Prozent auf 0,72 Euro im Plus.

Ansonsten belasteten Gewinnmitnahmen viele Werte. Davon betroffen vor allem das Software-Unternehmen Brokat mit einem Verlust von 10,76 Prozent auf 24,80 Euro. Der Wert profitierte nicht von der Nachricht, das Brokat mit der Freedom Group in den USA einen neuen Kunden gewonnen hat.

Phasenweise stark unter Druck stand auch Intershop. Die Aktie rutschte im Tagesverlauf auf 10,60 Euro ab, am Ende reduzierte sich der Verlust auf minus 3,35 Prozent und 11,53 Euro. Expertenmeinung zufolge wird die Jenaer Software-Firma nicht nur deutliche Verluste für das abgelaufene Jahr 2000 ausweisen, sondern auch für 2001 werden Vorsteuerverluste erwartet.

Mit 12,23 Prozent auf 11,63 Euro ebenfalls deutlich im Minus war die Intertainment. In den vergangenen Wochen war die Aktie von 4,80 Euro auf knapp 20 Euro hochgeschossen. Händlern zufolge hatte sich ein institutioneller Anleger mit den Aktien eingedeckt. Als der Markt davon Wind bekam, seien Kleinanleger ebenfalls auf den fahrenden Zug aufgesprungen. Nun stiegen viele Privatanleger wieder aus und nähmen ihre Gewinne mit.

Zur Startseite
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • deli.cio.us
  • Pinterest

© manager magazin online 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH












Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Handytarifvergleich:
Finden Sie den passenden Tarif
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Tablet Tarifvergleich:
Surfen Sie günstiger