Freitag, 16. November 2018

Übernahme von Detlev Louis Warum Buffett bei einem deutschen Biker-Laden zugreift

Warren Buffett: "Ich sehe super Möglichkeiten in Europa"

Investmentguru Warren Buffett hat in Deutschland zugeschlagen - und einen Versand für Motorradbekleidung erworben. Der "Detlev Louis Motorradvertrieb" ist ihm mehr als 400 Millionen Dollar wert - und er erklärt auch, warum.

Hamburg - "Die USA sind meine erste Liebe - aber ich sehe super Möglichkeiten für uns in Europa". Das sagte niemand anders als Starinvestor Warren Buffett, nachdem er am Freitag einen Vertrag unterzeichnet hat, um den Detlev Louis Motorradvertrieb zu kaufen - die Angelsachsen schreiben übrigens Devlet statt Detlev. Ein wenig mehr als 400 Millionen Dollar habe Buffett dafür gezahlt, berichtet die "Financial Times".

Eigentlich nicht die Kragenweite von Buffett, der lieber bei größeren Unternehmen zuschlägt. Immerhin muss Berkshire einen Cash-Berg von 56 Milliarden Dollar investieren, ohne überhöhte Preise zu zahlen oder Preise in die Höhe zu treiben.

Entsprechend ist die Freude groß, in aller Stille fündig geworden zu sein. Denn Buffett hält einiges von Europa, er sieht den Louis-Deal als Türöffner. "Europa hat Hunderte von Millionen Menschen, hohe Einkommen, produktive Menschen, also ist das ein toller Ort für uns."

Wie Ute Louis auf Warren Buffett stieß

Seiner Anlagelinie bleibt er dennoch treu. Denn Buffett greift gern bei Unternehmen mit einem einfachen Modell zu. Detlev Louis verkauft alles, was mit Motorradfahren zu tun hat. Auch wenn die Bike-Branche derzeit eher Probleme hat - ist so ein Händler gut aufgestellt, kann er ein echtes Buffett-Investment werden, vielleicht sogar in dessen Brief an seine Investoren erwähnt werden.

Geico beispielsweise ist ein Online-Versicherer im Imperium Berkshire Hathaways. Und Buffett wird nicht müde, seine Investoren darauf hinzuweisen, dass man sein Auto gewiss bei Geico günstiger versichern könne.

Louis betreibt 71 Geschäfte in Deutschland und Österreich, verkauft aber auch via Katalog und Internet. Die Chefin, Ute Louis, hatte Berkshire übrigens über ein Netzwerk von Mittlern kontaktiert. Und fügt sich damit in die Reihe jener Unternehmen, die keine Private-Equity- oder Hedgefonds-Investoren suchen, sondern längerfristige Anleger. Buffett dürfte es recht sein.

Folgen Sie Arne Gottschalck auf twitter

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH