Dienstag, 30. August 2016

Alle Artikel und Hintergründe

Aktionärsbrief des Investmentgurus Starinvestor Buffett schießt Polterer Trump vor den Bug

Milliardär Buffett: "Amerikas wirtschaftliche Magie bleibt am Leben"

"Die Babys, die jetzt in Amerika geboren werden, sind die glücklichsten in der Geschichte." Das ist einer der wichtigsten Sätze aus dem Brief, den Warren Buffett in diesem Jahr an die Aktionäre seiner Investmentholding Berkshire Hathaway Börsen-Chart zeigen geschrieben hat, und der jetzt veröffentlicht wurde. Der Satz klingt, als habe Buffett ihn dem US-Immobilienmilliardär Donald Trump, der derzeit den Vorwahlkampf bei den Republikanern dominiert, direkt ins Stammbuch geschrieben.

Einmal im Jahr wendet sich Starinvestor Buffett mit seinem Schreiben an seine Anhänger - die Schriftstücke finden regelmäßig weltweit Beachtung. Und selten war Buffett in seinen Briefen so politisch wie dieses Mal.

Hintergrund ist der laufende Vorwahlkampf zur bevorstehenden Präsidentenwahl: Viele republikanische Kandidaten - allen voran der Populist und Polterer Trump - zeichnen ein düsteres Bild vom Zustand der US-Wirtschaft. Das Land sei dem aufstrebenden Wettbewerber China nicht gewachsen und leide unter einem ungebremsten Zustrom von Immigranten aus ärmeren Ländern. Nur ein angeblich starker Mann wie Trump könne Amerika "wieder groß machen", so Trumps Leitspruch. Der demokratische Aspirant Bernie Sanders, der sich selbst als demokratischen Sozialisten bezeichnet, hat zudem das Thema der Einkommensungleichheit in den USA für sich entdeckt.

Warren Buffett, der bereits seine Unterstützung für die demokratische Bewerberin Hillary Clinton bekannt gemacht hat, hält entschieden dagegen: Der US-Wirtschaft gehe es weitaus besser, als die meisten Präsidentschaftskandidaten ihren Wählern glauben machen wollten, schreibt er. Auch Clinton war der Schwarzmalerei des Republikaners Trump zuletzt entschieden entgegen getreten - Amerika habe nie aufgehört, groß zu sein, so Clinton.

Buffett indes verzichtet in seinem Brief darauf, die von ihm kritisierten Kandidaten beim Namen zu nennen. Und das hat womöglich einen einfachen Grund, wie der Nachrichtendienst Bloomberg mutmaßt: Einige von Buffetts Geschäftspartnern wie beispielsweise sein Kompagnon Charlie Munger vertreten zum Teil deutlich konservativere Ansichten als der Berkshire-Chef selbst.

"Es ist Wahljahr, und die Kandidaten können nicht aufhören über die Probleme unseres Landes zu sprechen", so Buffett. Viele Amerikaner glaubten daher nun , ihre Kinder würden nicht so gut leben können wie sie selbst. "Die Ansicht ist völlig falsch", so Buffett.

Der Starinvestor untermauert seine These auch mit Zahlen. So sei das Pro-Kopf-Wachstum der US-Wirtschaft gegenwärtig sechs mal höher sei als 1930, dem Jahr also, als Buffett selbst zur Welt kam, schreibt er. Und auch die Zahlen von Berkshire Hathaway zeichnen ein positives Bild.

Seite 1 von 2
Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH