Samstag, 27. August 2016

Schadensersatz für VW-Investoren VW droht Mammutverfahren - was Anleger jetzt wissen müssen

Durch den Crash der VW-Aktie haben Tausende Anleger viel Geld verloren. Das könnten sie sich zurückholen, meinen Anwälte. Was Anleger, die klagen wollen, jetzt wissen müssen.

Volkswagen an der Börse: Die Aktie stürzte in den vergangenen Tagen massiv ab
Seit die Manipulationen an VW-Dieselmotoren in den USA Mitte September bekannt geworden sind, haben die Volkswagen-Papiere inzwischen mehr als 40 Prozent an Wert verloren. Auch am Freitag notierte Volkswagen Börsen-Chart zeigen erneut tief im roten Bereich. Viele Milliarden Euro an Börsenwert haben sich in Luft aufgelöst.

Anlegeranwälte sind der Ansicht, dass Investoren, die durch den jüngsten Crash der VW-Aktie Geld verloren haben, vom Unternehmen Schadensersatz fordern können. Der Grund: Volkswagen habe bereits öffentlich eingeräumt, jahrelang bewusst bei den Abgastests getäuscht zu haben. Das Unternehmen habe aber von Anfang an wissen müssen, was passieren würde, wenn diese Schummelei ans Tageslicht kommt. Deshalb hätte Volkswagen den Regeln zur Finanzmarktkommunikation entsprechend über seine Tricksereien frühzeitig informieren müssen, so die Anwälte.

Im Klartext heißt das: Nach Ansicht dieser Juristen hätte Volkswagen bereits vor Jahren per Ad-hoc-Mitteilung publik machen müssen, dass der Konzern die Abgaswerte Hunderttausender Diesel-Fahrzeuge gezielt manipuliert. Das klingt absurd - doch Absurdität allein ist vor Gericht nur selten ein ausreichendes Gegenargument.

Die Anwaltskanzlei Tilp aus Kirchentellinsfurt bei Tübingen jedenfalls glaubt an diese Argumentation. Sie hat bereits die erste Klage eines VW-Aktionärs bei Gericht eingereicht. Und weil mit zahlreichen weiteren Klagen zu rechnen sei, streben die Anwälte in der Sache Volkswagen nun ein sogenanntes KapMuG-Verfahren an, ein Musterverfahren, das als eine Art deutsche Version der beispielsweise in Amerika üblichen Sammelklage gilt.

Dieses Musterverfahren würde es Tausenden VW-Aktionären erleichtern, mögliche Ansprüche geltend zu machen. Nach Einschätzung von Tilp-Anwalt Marc Schiefer könnte das Volkswagen-Musterverfahren mit einem Volumen von möglicherweise mehr als einer Milliarde Euro eines der größten seiner Art bisher werden.

Doch wie funktioniert so ein Musterverfahren? Wie können VW-Anleger sich daran beteiligen? Und unter welchen Voraussetzungen?

manager-magazin.de beantwortet die wichtigsten Fragen.

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH