Dienstag, 20. November 2018

Uber angeblich 120 Milliarden Dollar wert Der vielleicht gefährlichste Börsengang der Welt

Uber-Autos in Pittburgh, USA: Der Fahrvermittler will an die Börse - zu einer utopisch erscheinenden Bewertung.

"Fragen Sie nie einen Frisör, ob Sie einen Haarschnitt brauchen." Dem legendären US-Investor und Multimilliardär Warren Buffett, von dem dieser Satz stammt, ist wenig daran gelegen, sich in die Alltagsangelegenheiten seiner Mitmenschen einzumischen. Buffetts Ratschlag ist vielmehr selbstverständlich auf sein Fachgebiet gemünzt, das Kapitalanlagegeschäft: Wer einen Rat zu einem Investment benötigt, so die Botschaft des Altmeisters, der sollte nicht ausgerechnet denjenigen darum bitten, der mit diesem Investment Geld verdient.

In dieser Woche wurde bekannt, dass der US-Fahrdienstanbieter Uber nach Ansicht der Banken Goldman Sachs sowie Morgan Stanley inzwischen 120 Milliarden Dollar wert sein soll. Die beiden Institute gaben diese Einschätzung auch mit Blick auf einen möglichen Börsengang des Unternehmens ab, der bereits Anfang kommenden Jahres stattfinden könnte. Es ist eine gewaltige Bewertung, fast doppelt so hoch wie noch vor zwei Monaten, und ungefähr auf dem Niveau, das die drei US-Autobauer General Motors Börsen-Chart zeigen, Ford Börsen-Chart zeigen und Fiat Chrysler Börsen-Chart zeigen erreichen, wenn man sie zusammennimmt.

Wer die Wertangabe von Goldman Sachs und Morgan Stanley allerdings für bare Münze nimmt, der tut exakt, wovon Investmentlegende Buffett so dringend abrät: Er hört auf den Frisör, der seinen Haarschnitt anpreist.

Tatsächlich gibt es gleich eine ganze Reihe von Gründen, weshalb bei Uber aus Sicht von Geldanlegern größte Skepsis angebracht scheint, und weshalb insbesondere die Mega-Bewertung, die die beiden US-Banken in die Welt gesetzt haben, mit größter Vorsicht zu genießen ist. Hier sind die wichtigsten:

- Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen und Morgan Stanley gaben ihre Einschätzung ab, während sie gerade eine Milliarden-Anleihe für Uber bei Investoren platzierten. Die Nachfrage nach dem Bond war groß, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg - und sie dürfte durch die vollmundige Wertangabe zum Emittenten noch einmal gestiegen sein. Zudem hoffen beide Banken zweifellos, auch beim Börsengang Ubers mit im Boot zu sein. Die Gebühren, die sie dann kassieren, werden auch am Volumen bemessen, das das IPO erreicht.

- Uber macht zwar Milliardenumsätze, ist jedoch nach wie vor hochdefizitär. Das ist zwar für ein junges, wachsendes Tech-Unternehmen zunächst keine Besonderheit. Angesichts der gigantischen Bewertung, die der Fahrdienst-App zugeschrieben wird, erscheint es jedoch einen gesonderten Hinweis wert. Wie die "Financial Times" vorrechnet, wäre Uber bei 120 Milliarden Dollar mit ungefähr dem Zehnfachen des aktuellen Umsatzes bewertet. Zum Vergleich: Bei Amazon Börsen-Chart zeigen, das immerhin inzwischen Milliardengewinne erzielt, liegt die Kennzahl bei weniger als der Hälfte. Auch der Schnitt an der IT-Börse Nasdaq insgesamt bewegt sich etwas unterhalb der Hälfte des möglichen Uber-Niveaus, so Bloomberg.

- Tatsächlich wäre Uber erst das zweite Unternehmen überhaupt, das bereits bei seinem Börsengang mit mehr als 100 Milliarden Dollar bewertet wird. Der andere Konzern, dem das gelang, war der chinesische Online-Händler Alibaba Börsen-Chart zeigen bei seinem Weltrekordbörsengang mit einem Emissionsvolumen von umgerechnet mehr als 21 Milliarden Euro im Jahr 2014. Kleiner, aber feiner Unterschied: Alibaba schrieb zu dem Zeitpunkt längst schwarze Zahlen und konnte auf beeindruckendes Wachstum verweisen.

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