Freitag, 16. November 2018

US-Milliardäre als Wahlkampfhelfer Wie Sheldon Adelson Trump auf den letzten Metern hilft

Sheldon Adelson: Der Kasino-Mann steckt Millionen in Anti-Clinton-TV-Spots

Wenn republikanische Präsidentschaftsbewerber in den USA zur Wahl antreten, beeilen sie sich zumeist, die sofortige Verlegung der US-Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem zu verkünden. Warum diese außenpolitische Festlegung auf politisch extrem heiklen Terrain, wenn doch Wähler jüdischen Glaubens für den Wahlsausgang keine signifikante Bedeutung haben? Es geht um das Geld eines Mannes: Sheldon Adelson. Der Milliardär aus Las Vegas gilt traditionell als der größten Einzelspender des US-Wahlkampfes und sein Geld fließt traditionell den Republikanern zu.

Vorausgesetzt, er mag den Kandidaten. Bei Donald Trump hat er ungewöhnlich lange gezögert. Der 83-jährige Adelson, dessen Eltern aus dem Zarenreich Russlands in die Vereinigten Staaten geflohen waren, stieg mit erfolgreichen Immobilien- und Kasino-Geschäften zum Multi-Milliardär auf. Seine jüdischen Wurzeln vergaß er nie, schlug sich vehement auf die Seite Israels im Nahost-Konflikt. Und erwartet das auch von denen, die Geld von ihm nehmen.

25 Millionen Dollar für Anti-Clinton-TV-Spots

Im Wahlkampf 2016 hat Adelson einen Großteil seines Geldes lange zurückgehalten. Erst eine Woche vor dem Wahltag spülte er weitere satte 25 Millionen US-Dollar in die Kasse der Organisation Future 45 - eines sogenannten Super-Pacs. Dieser fällt nicht unter die Spendengesetzgebung und darf somit soviel Geld annehmen, wie er bekommen kann. Natürlich darf er nicht in direkter Verbindung mit einem Kandidaten stehen. Natürlich nicht.

Mit den Millionen Adelsons soll Fernsehwerbung finanziert werden, die Hillary Clinton mit dem "Watergate"-Präsidenten Richard Nixon vergleicht. Mehr Geld - die Rede ist von noch einmal der gleichen Summe - könnte in Kürze fließen, vermutet der Sender Fox News, gewöhnlich gut vernetzt in Republikaner-Kreisen.

Adelson ist kein Einzelfall

Das Beispiel Adelson ist eines von vielen, wie Interessengruppen oder auch nur interessierte Einzelne Einfluss auf den Wahlkampf in den USA nehmen. Großkonzerne und Einzelunternehmer, Glaubensrichtungen und Umweltgruppen. Manche sprechen von Käuflichkeit. Bei den Demokraten tun sich in diesem Jahr besonders viele Hedgefondsmanager als Spender hervor: Tom Steyer etwa, der einen Super-Pac in Sachen Klimaschutz befeuert, Donald Sussman oder auch George Soros. Trump hatte wiederholt Clintons Nähe zur Wall Street angeprangert.

Sussman und Soros fütterten gemeinsam mit ihren Millionen einen Super-Pac unter der Bezeichnung Priorities USA Action. Und der bezahlte Pro-Clinton-TV-Werbespots in wichtigen Staaten. "Wer in einem Swing State lebt, kommt daran nicht vorbei", urteilt das mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Center for Public Integrity. Auf Sozialen Medien buhlen die Wahlkampfmanager auf Geheiß der Kandidaten um Kleinspenden. "Wenn ihr nicht spendet, verlieren wir", lautet die Botschaft.

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