Montag, 24. September 2018

United Internet und Healthineers verdrängen Krones TecDax-Schwergewichte vor Wechsel in den MDax

Ralph Dommermuth, Chef von United Internet: Die TecDax-Schwergewichte wechseln ab Herbst in den MDax, der TecDax verliert an Bedeutung
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Ralph Dommermuth, Chef von United Internet: Die TecDax-Schwergewichte wechseln ab Herbst in den MDax, der TecDax verliert an Bedeutung

Die neuen Regeln der Deutschen Börse für Technologiewerte wirbeln den MDax und den TecDax durcheinander. Einige Unternehmen aus den so genannten klassischen Branchen bangen bereits um ihren Platz, den sie womöglich für einen der 30 Werte aus dem TecDax räumen müssen.

Einige TecDax-Schwergewichte können sich hingegen künftig über mehr Aufmerksamkeit freuen, denn der MDax ist stärker im Blick der Investoren. Der deutsche Technologie-Index TecDax selbst dürfte aus dem Fokus vieler Investoren verschwinden.

Die Umstellung der Indizes zum 24. September gefährdet laut Commerzbank-Analyst Jürgen Elfers und Index-Experte Uwe Streich von der LBBW etwa den Verbleib von Ceconomy im MDax. Der Elektronikhändler dürfte ebenso wie der Getränkeabfüllanlagen-Hersteller Krones in den SDax absteigen.

TecDax-Schwergewichte wechseln in MDax: MDax hat künftig 60 Mitglieder

Grund ist der am Streubesitz gemessener Börsenwert. Denn: Die Aufnahme von TecDax-Schwergewichten wie etwa Wirecard , United Internet , Qiagen und bereits ab Juni Siemens Healthineers bringt die kleinsten MDax-Werte unter Druck.

Da die Anzahl der MDax-Mitglieder nur von 50 auf 60 steigt, gibt es schlicht nicht genügend Plätze. Viele MDax-Unternehmen mit einem geringeren Börsenwert müssen dann den Schwergewichten aus dem TecDax weichen.

United Internet, Wirecard, Morphosys, Sartorius und Healthineers bald im MDax

Neben sämtlichen Telekomwerten aus dem TecDax dürften laut Streich auch Sartorius , Siltronic , Morphosys , die Software AGsowie Cancom und Evotec bald im MDax vertreten sein.

Bei Carl Zeiss Meditec , Bechtle , Nemetschek oder Jenoptik dagegen mangelt es noch am Börsenumsatz. Sie dürften sich daher im SDax wiederfinden, der von 50 auf 70 Werte aufgestockt wird.

Wegen eines im Vergleich zu geringen Börsenumsatzes dürfte dann auch die Büroimmobiliengesellschaft Alstria Office in den SDax absteigen. Noch ist sie im MDax gelistet.

TecDax wird an Bedeutung verlieren

Allerdings sind das alles laut Streich zurzeit nur grobe Annahmen. "In den kommenden Monaten kann sich noch so einiges ändern", betont der LBBW-Analyst. "Der TecDax hingegen wird mit diesen Neuerungen in der Wahrnehmung weiter verlieren und allenfalls noch bei ein paar Puristen Beachtung finden", ist sich Streich aber sicher. Denn auch wenn die Deutsche Telekom , Infineon und SAP dort aufgenommen werden, "bilden Dax , MDax und SDax bereits alle Werte ab, die die Investoren brauchen"

la/dpa

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