Mittwoch, 24. Oktober 2018

Rohstoffpreise Ölwetten - Buffett steigt aus, Soros steigt ein

Anlageikonen: Hedgefondsmanager George Soros und Warren Buffett gehen auf Konfrontationskurs an der Börse. Buffett trennt sich von Exxon-Aktien, Soros greift zu.

Von "peak oil" zu "cheap oil": Sogar Vorstände straucheln inzwischen über den niedrigen Ölpreis. Auch Anlagegurus beziehen Position: Warren Buffett verkauft, George Soros greift zu. Wer hat Recht?

Hamburg - Die schlechten Nachrichten für die Ölindustrie reißen derzeit nicht ab. Sogar Vorstände stolpern in diesem Umfeld - Steven Newman vom Offshore-Bohrunternehmen Transocean verlor seinen Job als CEO des Unternehmens,berichtet CNN Money.

Damit fordert das billige Öl ein weiteres Opfer - wenngleich diesmal eines, das 2013 14 Millionen Dollar verdient hat. Allein ist er mit seinem Schicksal nicht. Mit Steven Farris trat zum Beispiel der Chef von Apache zurück. Gar nicht zu sprechen von den Entlassungen, wie sie Halliburton oder Schlumberger vornehmen. Bis zu 6.400 Mitarbeiter sollen bei Halliburton gehen, bei Schlumberger sind es bis zu 9.000. Und BHP Billiton Börsen-Chart zeigen verkündete, seine Festlandsoperationen in diesem Jahr um 40 Prozent reduzieren zu wollen.

Der Ölpreis ist seit September von über 100 Dollar je Barrel auf rund die Hälfte gefallen - keine gute Zeit für die Ölindustrie. Für die Deutsche Asset & Wealth Management ist klar, dass es so auch erst einmal bleiben wird - das Haus geht in einer Studie davon aus, dass sich der Ölpreis bis Jahresende nur bis auf 65 US-Dollar erholen werde. Entsprechend würden die Übernahmeaktivitäten im zweiten Halbjahr 2015 deutlich anziehen.

Buffett verkauft 41 Millionen Exxon-Aktien, Soros steigt bei Transocean ein

Da mag selbst Starinvestor Warren Buffett nicht mehr mitmachen. Er erklärte jüngst, seine Beteiligung an Exxon Börsen-Chart zeigen verkauft zu haben. Noch im September hielt er rund 41 Millionen Aktien im Wert von etwa 3,7 Milliarden Dollar (3,2 Milliarden Euro).

Das ist aus zweierlei Gründen bemerkenswert. Zum einen, weil Buffett immer wieder erklärte, Exxon sei ein Vorzeigeunternehmen. Zum anderen, weil Buffett gerade nach solchen Unternehmen sucht. An der Börse geschunden, deswegen mit einem erheblichen Preisabschlag zu erwerben - und groß. Immerhin verwaltet sein Anlagevehikel Berkshire Hathaway Börsen-Chart zeigen bald 500 Milliarden Dollar. Dieser Investment-Riese hat Gewicht in der Branche.

Ist die Ölindustrie am Ende? Von wegen - zumindest wenn man George Soros glaubt.

Der hat jüngst bei Devon Energy und ausgerechnet Transocean zugegriffen - genauer, 385.497 Aktien von Devon und 149.000 Aktien von Transocean erworben, schreibt das US-Wirtschaftsportal business insider. Immerhin rund 22 Millionen Euro im Fall von Devon, für Transocean sind es 2,4 Millionen nach aktuellem Kurs.

Kommentiert hat Soros den Schritt nicht. doch vermutlich setzt er darauf, dass der Ölpreis sich wieder erholt und damit auch die Ölunternehmen. Die gleiche Meinung vertritt Blackrock - gerade die integrierten Großkonzerne böten Chancen, wenn sich der Ausblick auf die Weltwirtschaft etwas verbessere, schreibt der Großinvestor. Außerdem sorge die Tatsache, dass immer mehr Förderanlagen abgeschaltet werden, für ein verknapptes Angebot.

Wer Recht hat? Wird die Zukunft zeigen. Grundsätzlich sollte wohl niemand gegen Warren Buffett wetten. Mit Ausnahme von George Soros vielleicht.

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