Dienstag, 26. März 2019

Son hält Gruppe für völlig unterbewertet Softbank-Chef kündigt historischen Aktienrückkauf an

Masayoshi Son, Gründer und CEO der Softbank Group, hält sein Konglomerat für dramatisch unterbewertet

Softbank-Chef und Technologieinvestor Masayoshi Son ist schon lange davon überzeugt, dass seine Telekom- und Mediengruppe eingedenk aller Beteiligungen deutlich mehr wert ist, als dies der Aktienkurs derzeit abbildet: Abzüglich der Schulden kommt er auf 21 Billionen Yen (rund 192 Milliarden Dollar) und damit mehr als das Doppelte des aktuellen Börsenwertes von 9 Billionen Yen - so rechnet es Son in einer Präsentation zu den jüngsten Quartalszahlen vor (hier Seite 30 ff).

Wer sein Unternehmen für derart unterbewertet hält, muss handeln: Also kündigte Son in der Nacht zu Mittwoch an, in den nächsten 11 Monaten 112 Millionen Aktien im Wert von 600 Milliarden Yen (rund 5,5 Milliarden US-Dollar) zurückzukaufen. Es ist der bislang größte Aktienrückkauf in der Geschichte von Softbank.

Aktienrückkäufe zahlten sich schon einmal kräftig aus für Softbank

An Kapital dafür fehlt es nicht. Hatte Softbank doch aus dem Börsengang seines Telekomgeschäfts im Dezember rund 2,4 Billionen Yen erlöst, wie die Experten von Bloomberg anmerken. Davon will Son nicht nur den Aktienrückkauf finanzieren, sondern 700 Milliarden Yen in Schuldentilgung pumpen und die gleiche Summe noch einmal investieren, wie Softbank ankündigte.


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Son war schon einmal sehr erfolgreich mit einem Aktienrückkauf. Im Jahr 2017 hatte sich der Softbank-Kurs nahezu verdoppelt, nachdem Softbank Ende 2016 angekündigt hatte, Anteilsscheine im Wert von 500 Milliarden Yen einzuziehen.

Analysten begrüßten das angekündigte Rückkaufprogramm: "Der Aktienrückkauf passt perfekt zum Ziel, die Bewertung des Unternehmens zu steigern", sagte Naoki Fujiwara, Fondsmanager bei Shinkin Asset Management. Der Experte rechnet fest mit einer nachhaltig positiven Reaktion an den Märkte. Aktien von Softbank Börsen-Chart zeigen zogen in der Nacht zu Mittwoch zunächst um mehr als 7 Prozent an.

Betriebsergebnis zieht um rund 60 Prozent an

Unter anderem wegen gestiegener Bewertungen von Beteiligungen an Technologiefirmen kletterte der ausgewiesene Betriebsgewinn vor Steuern in den ersten neun Monaten um 62 Prozent (siehe Präsentation S. 6) auf 1859 Milliarden Yen. In den letzten drei Monaten des Jahres 2018 kletterte das Betriebsergebnis um rund 60 Prozent auf 438 Milliarden Yen, während der Umsatz um lediglich 5 Prozent anzog.

Die Gewinne der Softbank-Gruppe werden zusehends durch die Bewertung großer Technologie-Wetten, eigene Investitionen und den von Saudi Arabien unterstützten Vision Fund beeinflusst. Der 100 Milliarden Dollar schwere Fonds hält unter anderem Anteile am Mitfahrdienst Uber, Coworking-Anbieter WeWork und dem Chipkonzern Nvidia.

Laut Son habe der Fonds im Januar aber sämtliche Anteile an dem US-amerikanischen Grafikchip-Hersteller verkauft und damit rund 400 Milliarden Yen erlöst. Viel Geld dürfte auch in die Kassen von Softbank fließen, wenn Uber in diesem Jahr wie geplant an die Börse geht.

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