Sonntag, 18. November 2018

Ausblick auf die kommende Börsenwoche Schwellenländer und Handelsstreit nerven Anleger

Gut vernetzt: Wer an der Börse Erfolg sucht, muss jede Information nutzen.

Zum Auftakt der neuen Börsenwoche wird der Dax Börsen-Chart zeigen Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Montag tiefer starten. Am Freitag hatte er wegen Spekulationen auf eine Annährung der USA an China im Handelsstreit 0,6 Prozent im Plus bei 12.124,33 Punkten geschlossen.

An der Wall Street gab der Dow Jones Börsen-Chart zeigen am Freitag nach Börsenschluss in Europa seine Gewinne ab, er schloss kaum verändert bei 26.154 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verharrte bei 2905 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,1 Prozent auf 8010 Punkte.

Die Börse in Tokio blieb am Montag wegen eines Feiertags geschlossen. Der chinesische Shanghai Composite fiel um ein Prozent auf 2656 Zähler.

Neben dem Dauerthema richten Anleger ihre Aufmerksamkeit auf die europäischen Inflationsdaten. Von ihnen erhoffen sie sich Rückschlüsse auf den Zeitpunkt der ersten Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) seit Jahren. Außerdem steht das Konjunkturbarometer der Federal Reserve Bank von New York auf dem Terminplan.

"Es spricht einiges dafür, weiter vorsichtig zu sein", sagt Marktstratege Tobias Basse von der NordLB.

Gesprächsthema bleibt der seit Monaten schwelende Streit zwischen den USA und China um höhere Warenzölle. Schon in der kommenden Woche könnte US-Präsident Donald Trump weitere Zölle gegen China verkünden. Konjunkturdaten und Bilanzzahlen von Unternehmen sind dagegen Mangelware. Der Dax Börsen-Chart zeigen , der in der alten Woche die psychologisch wichtige Marke von 12.000 Punkten zurückerobert hat, könnte daher rasch wieder den Kürzeren ziehen.

"Risiken gibt es genug", sagt Marktanalyst Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets. An erfolgreiche Verhandlungen zwischen China und den USA glaube so recht niemand mehr - obwohl die Regierung in Washington chinesische Vertreter zur nächsten Verhandlungsrunde eingeladen hatte. "Gespräche gab es schon viele, gebracht hat es wenig." Der Streit der beiden Wirtschaftsmächte über höhere Abgaben auf Importwaren hält die weltweiten Börsen seit Monaten in Atem. Bei einer nächsten Zollrunde könnte Experten zufolge auch die bisher an den US-Börsen verschonten Technologie-Aktien einen Dämpfer bekommen. Investoren fürchten sich vor einem ausgewachsenen Handelskrieg und den Folgen davon für das Wirtschaftswachstum.

Umfragen zufolge sehen Börsianer die Konjunkturaussichten für die Euro-Zone wegen der Handelsstreitigkeiten und der zunehmenden Probleme der Schwellenländer mit Sorge. Analysten erwarten, dass deshalb auch die am Freitag anstehenden Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe niedriger ausfallen werden.

Es gebe wenig Hoffnung auf ein baldiges Ende der Schwächephase der Industrie im Euro-Raum, sagt Volkswirt Christoph Weil von der Commerzbank. Ein Grund für die relativ schwache Nachfrage nach Industrieprodukten sei die Aufwertung des Euro Börsen-Chart zeigen. Dieser gewann im Vergleich zum Dollar Börsen-Chart zeigen von Mitte 2017 bis Mitte 2018 mehr als 11 Prozent an Wert. Am Freitag machten allerdings einige Anleger Kasse.

Die Gemeinschaftswährung, deren Kurs zunächst auf ein Zweieinhalb-Wochen-Hoch von 1,1721 Dollar geklettert war, verbilligte sich auf 1,1628 Dollar. Dax und EuroStoxx Börsen-Chart zeigen legten am Freitag jeweils etwa ein halbes Prozent auf 12.124 und 3347 Punkte zu.

Dax hängt am Tropf der US-Börsen

NordLB-Experte Basse rät, auch einen genauen Blick auf die Renditen der US-Staatsanleihen zu werfen. "Wenn die Marke von 3 Prozent wieder durchschritten wird, könnte viel Geld vom Aktienmarkt in den Anleihemarkt umgeschichtet werden", sagt er.

Die Rendite der zehnjährigen US-Anleihen legte in den vergangenen Wochen zu auf 2,98 Prozent. Im Mai war sie auf 3,12 Prozent gestiegen, gleichzeitig gab der US-Index S&P-500 nach. Mittlerweile haben sich die Kurse erholt, der S&P-500 erreichte Ende August ein Rekordhoch von 2916 Punkten. "Bei dem Index gibt es noch ein wenig Luft in Richtung 3000 Zähler, aber dann werden risikoaverse Anleger beginnen, ihre Positionen zu reduzieren", sagt Mike MacDonald, Analyst beim Researchhaus. Für den Dax, der oft am Tropf der Wall Street hängt, seien das keine guten Vorzeichen.

Am Freitag trat der Dow Jones Börsen-Chart zeigen bei 26.154 Punkten auf der Stelle. Der S&P-500 verharrte bei 2905 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen verringerte sich um 0,05 Prozent auf 8010 Punkte. Im Wochenvergleich ergab sich für den Dow ein Plus von 0,9 Prozent, den S&P ein Aufschlag von 1,2 Prozent und den Nasdaq ein Zuwachs von 1,4 Prozent. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 8/32 auf 98-31/32. Die Rendite stieg auf 2,9959 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 18/32 auf 97-15/32 und rentierte mit 3,1309 Prozent.

Die Spekulationen über höhere Zinsen und damit höhere Renditen für US-Staatsanleihen könnten angeheizt werden durch die Veröffentlichung der US-Baubeginne am Mittwoch sowie von den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe am Donnerstag.

Nicht aus den Augen lassen dürften Investoren auch die Türkei. Zwar sorgte die Zentralbank mit ihrer überraschend deutlichen Zinserhöhung zuletzt für Aufatmen an den Märkten und die unter Druck gekommene Lira wertete etwas auf. Aber Fachleute raten zu Vorsicht. "So positiv dieser Schritt der türkischen Notenbank im Hinblick auf die Wahrung ihrer Unabhängigkeit und den Versuch der Wiederherstellung des Vertrauens ausländischer Investoren bewertet werden kann, bleibt abzuwarten, welchen wirtschaftlichen Schaden diese Leitzinserhöhung in der Türkei verursacht", betont BayernLB-Devisenexperte Andreas Speer. Das Tal der Tränen sei für die türkische Währung noch nicht durchschritten.

cr/rtr

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