Dienstag, 27. September 2016

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Das Banken-Wanken geht weiter RBS schlittert im dritten Quartal ins Minus

Klarschiff machen: Bislang kommt die RBS damit nicht so recht voran. Aber auch andere Banken tun sich schwer.

Erst musste John Cryan für die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen auf einer Konferenz den Kotau machen, die spanische Großbank BBVA Börsen-Chart zeigen erklärte, im dritten Quartal wegen Abschreibungen auf ihr Türkeigeschäft in die roten Zahlen gerutscht zu sein - und auch die skandalgeschüttelte britische Großbank Royal Bank of Scotland (RBS) kommt nicht zur Ruhe. Im dritten Quartal rutschte das Institut erneut ins Minus und warnte wegen Restrukturierungen und Rechtsstreitigkeiten vor neuerlichen Sonderlasten.

Im operativen Geschäft fiel ein Verlust von 134 Millionen Pfund (187 Millionen Euro) an, wie die RBS am Freitag mitteilte. Im Vorjahreszeitraum stand noch ein Gewinn von 1,1 Milliarden Pfund in der Bilanz.

Die Sonderlasten könnten künftig noch höher ausfallen, als dafür bislang Vorsorge getroffen wurde, hieß es in einer Mitteilung. Das Institut musste in der Finanzkrise 2008 mit Steuergeld gerettet werden. Der britischen Regierung gehören noch immer 73 Prozent der Anteile. Sie hofft auf einen Kulturwandel unter neuer Führung. Denn RBS war immer wieder in Skandale verstrickt, etwa die Manipulation des Devisenmarktes oder umstrittene Geschäfte mit Hypotheken-Papieren in den USA. Insgesamt hat die Bank bereits 4,5 Milliarden Pfund für Rechtsstreitigkeiten und regulatorische Anforderungen zurückgelegt. Das gleiche Bild im Norden Spaniens.

Bittere BBVA

Die spanische Großbank BBVA ist im dritten Quartal wegen einer hohen Abschreibung auf ihr Türkei-Geschäft tief in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von knapp 1,1 Milliarden Euro, wie das Institut am Freitag in Bilbao mitteilte. Der Verlust war damit noch höher als von Analysten erwartet. Vor einem Jahr erzielte BBVA einen Gewinn von 601 Millionen Euro.

Ohne die Sonderbelastung hätte die Bank ihren Gewinn gesteigert. Im operativen Geschäft gab es Zuwächse. Dabei profitierte die Bank von der anhaltenden Wirtschaftserholung auf ihrem Heimatmarkt. Der Zinsüberschuss legte kräftig zu.

BBVA wettet auf ein Ende der wirtschaftlichen Talfahrt in der Türkei. Die Spanier hatten sich 2010 zunächst ein Viertel an der Bank Garanti gesichert und in diesem Jahr ihren Anteil auf rund 40 Prozent erhöht. Da der Preis angesichts der Wirtschaftsprobleme in der Türkei nun deutlich niedriger lag als vor fünf Jahren, musste BBVA auf ihren bisherigen Anteil gut 1,8 Milliarden Euro abschreiben.

got/dpa-afxp/rtr

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