Mittwoch, 19. September 2018

Westwing sucht Kapital für Expansion Rocket-Internet-Tochter will an die Börse

Delia Fischer, Mitgründerin von Westwing

Der 2011 gegründete Online-Möbelhändler Westwing strebt an die Börse. Mit der Ausgabe neuer Aktien im Wege einer Kapitalerhöhung sollen dem Unternehmen 120 Millionen Euro frisches Kapital in die Kassen gespült werden, wie Westwing am Donnerstag mitteilte. Das Geld soll vor allem für die Expansion eingesetzt werden.

Das Unternehmen hat gerade erst bekannt gegeben, drei Märkte zu verlassen und sich künftig nur noch auf Europa zu konzentrieren. In den vergangenen zwei Jahren wurden bei Westwing außerdem zahlreiche Stellen abgebaut. Die letzte Finanzierungsrunde, die bekannt gegeben wurde, liegt mehr als zwei Jahre zurück.

"Mit dem geplanten Börsengang erhalten wir zusätzliches Kapital, das wir dafür nutzen möchten, weiter profitabel zu wachsen", erklärte Vorstandschef Stefan Smalla, der Westwing gemeinsam mit Delia Fischer gegründet hat. Ein Teil der Erlöse soll aber auch für die Schuldentilgung verwendet werden.

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Berenberg und Citigroup begleiteten den Börsengang der Rocket-Internet-Beteiligung. Geplant sei die Notierung im regulierten Markt (Prime Standard).

Nach anfänglichen Verlusten schreibt die Firma nach eigenen Angaben seit dem vierten Quartal 2017 operativ schwarze Zahlen (Ebitda). Im ersten Halbjahr erzielte Westwing bei einem Umsatzplus von 22 Prozent auf 120 Millionen Euro eine bereinigte operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) von zwei Prozent.

Westwing gehört früheren Angaben zufolge zum Imperium des Start-up-Investors Rocket Internet, der 32 Prozent der Anteile hält. Weitere Eigentümer sind die schwedische Kinnevik, Access Industries und Tengelmann Ventures.

Erst gestern hatte Home24, der zweite Möbelversender im Rocket-Portfolio, einen enttäuschenden Halbjahresbericht präsentiert. Das Wachstum liegt weit hinter den Erwartungen, die Aussichten auf Gewinn wurden verschoben.

rei/kyr/Reuters

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