Montag, 16. Juli 2018

Höchstkurse an der Börse Wie die Regierung den Deutschen die Aktie verleidet

Koalitionsverhandlungen: Der Koalitionsvertrag nimmt Formen an - doch eine Erleichterung des Aktiensparens hat keine der Parteien auf dem Zettel
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Koalitionsverhandlungen: Der Koalitionsvertrag nimmt Formen an - doch eine Erleichterung des Aktiensparens hat keine der Parteien auf dem Zettel

2. Teil: Riester-Rente kann ein Altersvorsorgekonto nicht ersetzen

Das Misstrauen der Politik gegenüber Aktien zeigt sich schon im Regelwerk. Während beispielsweise in Großbritannien und den USA mit den ISAs und den 401K-Plänen wirkungsvolle Vehikel bereit stehen, mit denen Menschen auch mit Aktien für ihr Alter vorsorgen können, wurden entsprechende Ideen hierzulande - zum Beispiel das Altersvorsorgekonto - abgebügelt. Auch das schwedische Konzept, in langfristige Aktien-Sparpläne mit geringen Verwaltungsgebühren einzuzahlen - ein entscheidender Hebel bei der Rendite für das Altersvermögen, konnte sich hierzulande nicht durchsetzen.

Dabei könnten Aktien für Privatanleger eine echte Alternative zu Sparplänen sein. Denn die beliebten Sparpläne verlieren in einem Umfeld niedriger Leitzinsen stetig an Wert und gefährden damit den Vermögensaufbau für das Alter. Das gleiche gilt für Anleihen. Auch Anleihen tragen das Risiko, dass die Realverzinsung nicht ausreicht, um ein Vermögen für den Ruhestand aufzubauen. Doch dieses Risiko, anders als das Risiko von Kursverlusten von Aktien, scheinen Politiker zu ignorieren.

Statt dessen soll Aktiensparen noch beschwerlicher werden. Beispiel Finanzmarkttransaktionssteuer (FTS), die CDU und SPD just in ihr Regierungsprogramm aufgenommen haben. Jede Börsentransaktion soll dieser Regelung zufolge eine Steuer nach sich ziehen. Damit wollen Politiker Hochfrequenzhändler einbremsen, die in Millisekunden Aktien, Anleihen und andere Wertpapiere hin und her schieben und damit für höhere Börsenschwankungen sorgen. Das Problem: Die Steuer wird voraussichtlich nicht nur für diese Spezies der Investoren fällig, sondern auch für Privatanleger.

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