Montag, 26. Juni 2017

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Quant-Fonds erstmals größte Profianleger Die neuen Könige der Wall Street sind - Computer

Mathematiker statt Investmentprofis: An der Wall Street übernehmen die Computer die Macht

Wachwechsel am US-Finanzmarkt: Die Zeiten von Finanzhaien à la Gordon Gekko aus dem US-Film "Wall Street" oder Starinvestoren wie dem legendären George Soros, die mit mehr oder weniger smarten Anlageentscheidungen Milliarden bewegen, neigen sich offenbar endgültig dem Ende entgegen. Stattdessen übernehmen auch in der Finanzindustrie schon seit Jahren mehr und mehr Computerprogramme die Macht, beziehungsweise jene Experten, die in der Lage sind, solche zu kreieren. Und nun haben diese Zahlen- und Daten-Zauberer offenbar einen Meilenstein passiert.

Erstmals in der Geschichte sind es Quant-Hedgefonds, also jene Investmentvehikel, die auf computergestützten Investmentprozessen basieren, auf die an der US-Börse unter allen institutionellen Anlegergruppen der größte Teil des Aktienhandels entfällt. Das berichtet das "Wall Street Journal" (kostenpflichtig) mit Verweis auf Daten der internationalen Research- und Beratungsfirma Tabb Group.

Demnach waren Quant-Fonds zuletzt verantwortlich für 27 Prozent des Handelsvolumens an der New Yorker Börse. Der Anteil hat sich damit allein seit 2013, als es 14 Prozent waren, beinahe verdoppelt.

Zum Vergleich: Alle anderen Hedgefonds zusammen kommen nach einem Rückgang, der bereits seit Jahren anhält, den Angaben zufolge inzwischen nur noch auf einen Anteil von etwas mehr als 20 Prozent am New Yorker Handelsvolumen. Herkömmliche Investmentfonds sowie Banken liegen noch darunter.


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Das Überholmanöver an der Spitze markiert den vorläufigen Höhepunkt einer Entwicklung, die schon seit Jahren zu beobachten ist. Zwar hatten computergestützte Investmentprozesse noch in der Finanzkrise 2007/2008 schlecht ausgesehen, als sie wegen allzu hoher Verluste in die Schlagzeilen gerieten. Das tat ihrer zunehmenden Popularität jedoch offenbar kaum einen Abbruch: Seit 2013 hat der Anteil der Programme am Gesamthandel rapide zugelegt. Herkömmliche Hedgefonds dagegen haben gleichzeitig immer mehr zu kämpfen, weil sie zuletzt vielfach nur mäßige Ergebnisse ablieferten, dafür aber nach wie vor hohe Gebühren kassieren.

Verantwortlich für den Vormarsch der Computer-Fonds sind laut "Wall Street Journal" zudem vor allem zwei Umstände. Erstens machen es immer mehr regulatorische Vorgaben den klassischen Hedgefonds-Managern immer schwerer, ihr Geschäft auszuüben, bei dem es vielfach darum geht, einen Informationsvorsprung zu erlangen oder Märkte beziehungsweise einzelne Wertpapierkurse mit teils schwer durchschaubaren Methoden in die eine oder andere Richtung zu beeinflussen.

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