Dienstag, 26. Juli 2016

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Crash am Ölmarkt Ölpreis stürzt auf Elfjahrestief

Des Fahrers Freude: Mit den Ölpreisen fallen auch die Benzinpreise - inzwischen kostet ein Barrel der Sorte Brent weniger als 35 US-Dollar. Goldman Sachs hält gar 20 Dollar für möglich

Die Ölpreise haben am Mittwoch ihre Talfahrt der vergangenen Handelstage fortgesetzt und kräftig nachgegeben. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Februar fiel am Nachmittag auf 34,26 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit über elf Jahren. Zuletzt lag der Preis bei 34,40 Dollar. Das waren 2,00 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI fiel um 1,60 Dollar auf 34,37 Dollar.

"Ein festerer US-Dollar, Nachfragesorgen und das reichliche Angebot lasten stark auf den Preisen", kommentierte Eugen Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank. Zudem würden Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran von der Mehrheit der Marktteilnehmer negativ für den Ölpreis interpretiert, weil sie eine gemeinsame Linie der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) zum Abbau des Überangebots unwahrscheinlicher machten.

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Die fallenden Ölpreise lasteten auch auf der Wall Street: Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen baute am Abend seine Verluste zeitweise auf 250 Punkte (1,5 Prozent) aus. Der Dax Börsen-Chart zeigen hat seit Jahresbeginn bereits mehr als 5 Prozent an Wert verloren und nähert sich inzwischen wieder der Marke von 10.000 Punkten. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hält einen weiteren Preisrutsch am Ölmarkt und sogar einen Ölpreis von 20 US-Dollar in diesem Jahr für möglich.

China-Blues, Spannungen zwischen Saudi-Arabien und Iran

Erneute schlechte Signale aus China erhöhten am Mittwoch zusätzlich den Druck auf die Ölpreise. Die Stimmung in den chinesischen Dienstleistungsunternehmen blieb im Dezember nach einer Umfrage des Wirtschaftsmagazins Caixin unerwartet schwach und verstärkte an den Finanzmärkten die Sorgen vor der weiteren Entwicklung der Konjunktur in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt.

Die Marktstimmung sei "extrem negativ" und weise auf "spekulative Übertreibungen hin", so Weinberg. "Wo und wann diese enden werden, lässt sich momentan nicht absehen." Selbst ein überraschender Rückgang der Ölreserven in den USA konnte die Ölpreise am Nachmittag nicht stützen. In der vergangenen Woche waren die Lagerbestände an Rohöl um 5,1 Millionen auf 482,3 Millionen Barrel gefallen, während Experten einen Anstieg um 0,7 Millionen Barrel erwartet hatten.

Sie denken, Öl sei gerade billig? Dann schauen Sie sich diese Grafik an!

la/dpa/reuters

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