Dienstag, 22. August 2017

Börsenprofi Carsten Klude zeigt - alles zum Thema Ölpreis Wie sich der Ölpreis entwickeln wird - und wer davon profitiert

In den vergangenen Jahren hat der Ölpreis Börsen-Chart zeigen heftige Kapriolen geschlagen. In den Jahren 2011 bis Mitte 2014 pendelte er zumeist um die Marke von 100 US-Dollar, ehe es dann deutlich bergab ging. Vor allem die starke Ausweitung der Ölförderung in den USA durch das Fracking führte zu einem globalen Überangebot an Öl.

So haben die USA ihre Ölförderung von knapp sechs Millionen Barrel am Tag im Jahr 2012 bis auf neuneinhalb Millionen Barrel im Sommer 2015 ausgeweitet. Damit hat das Land seine Position als drittgrößter Ölproduzent der Welt gefestigt und zu Saudi Arabien und Russland, die beide in der Spitze mehr als zehneinhalb Millionen Barrel Öl am Tag fördern können, fast aufgeschlossen.

Allerdings hat die massive Ausweitung der US-Produktion vor allem von Sommer 2014 bis Sommer 2016 zu einem massiven globalen Überangebot von Öl geführt. Da die Nachfrage nicht Schritt halten konnte, gab der Ölpreis kräftig nach und lag im Februar 2016 zeitweise bei nur noch 25 US-Dollar für die Sorte WTI.

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Der durch einen klassischen "Schweinezyklus" ausgelöste Angebotsüberhang hat dazu geführt, dass der Ölpreisverfall vor allem in den USA Spuren hinterlassen hat. So ist die Zahl der aktiven Bohrtürme von gut 1.600 im Oktober 2014 bis auf fast 300 im Mai 2016 gesunken.

Die Ölproduktion brach in der Folge von 9,6 auf 8,4 Millionen Barrel pro Tag ein. Dieser Effekt hat dazu beigetragen, das globale Ölangebot und die Ölnachfrage wieder ins Lot zu bringen. Seit dem Sommer vergangenen Jahres ist die weltweite Ölproduktion mehr oder weniger unverändert geblieben, während die Ölnachfrage moderat gewachsen ist. Diese Konstellation hat dazu beigetragen, dass sich der Ölpreis wieder erholt hat und in den vergangenen Monaten bei rund 50 US-Dollar je Barrel lag.

Ölpreis binnen Jahresfrist verdoppelt - Fracking wird wieder attraktiv

Wie wird es nun mit dem Ölpreis weitergehen? Die Verdoppelung des Preises seit dem vergangenen Frühjahr hat dazu beigetragen, das Fracking in den USA wieder attraktiver zu machen. Von daher hat sich die Zahl der aktiven Bohrtürme mittlerweile wieder auf 672 erhöht und die tägliche Ölförderung ist derzeit mit 9,2 Millionen fast 800.000 Barrel höher als vor neun Monaten - Tendenz weiter steigend.

Unterstellt man einen unveränderten Zusammenhang zwischen der Anzahl der Bohrtürme und der US-Ölproduktion, würde der Output in den USA unter der Annahme, dass wöchentlich zehn neue Rigs aufgestellt werden, bis zum Jahresende um weitere rund 600.000 Barrel zunehmen. Auch andere Länder werden ihre Ölförderung in diesem Jahr vermutlich erhöhen, darunter beispielsweise Kanada, Mexiko und Brasilien.

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