Montag, 25. März 2019

Nach Prokon Ökofinanzierer Windwärts meldet Insolvenz an

Windräder: Der Ökofinanzierer Windwärts verwaltet 18,9 Millionen Euro

Nach dem Wirbel um Prokon gerät ein weiterer Ökofinanzierer ins Taumeln: Der Windkraft-Projektierer Windwärts hat Insolvenz angemeldet. Rund 1600 Genussrechteinhaber sind betroffen.

Hannover - Der niedersächsische Windkraft-Projektierer Windwärts hat Insolvenz angemeldet. Der vorläufige Insolvenzverwalter Volker Römermann sagte, er sei vorsichtig optimistisch, was die Zukunft des Unternehmens mit rund 100 Mitarbeitern angehe. Windwärts sammelte genau wie das Hamburger Energieunternehmen Prokon bei Privatpersonen Geld für den Bau von Windanlagen ein, allerdings in deutlich kleineren Dimensionen.

Insgesamt gibt es nach Angaben des Insolvenzverwalters rund 1600 Inhaber von Genussrechten, die rund 18,9 Millionen Euro investiert haben sollen. Grund für die Insolvenz seien Verzögerung bei diversen Projekten gewesen, die eigentlich im vergangenen Jahr abgeschlossen werden sollten. Daher habe es dem Unternehmen an Liquidität gefehlt, sagte Römermann.

Windwärts musste im vergangenen Dezember die Rückzahlung von Genussrechtskapital in Höhe von 1,9 Millionen Euro aussetzen und auf unbestimmte Zeit verschieben, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Im Januar habe die Firma die fälligen Zinszahlungen für insgesamt vier zwischen 2006 und 2013 aufgelegte Unternehmensgenussrechte in Höhe von insgesamt 1,3 Millionen Euro ebenfalls nicht auszahlen können.

In einem Ende Januar von Windwärts in Auftrag gegebenen Rechtsgutachten habe eine renommierte Wirtschaftskanzlei festgestellt, dass die Rückzahlungsansprüche der Genussrechtsinhaber entgegen der bisherigen Rechtsauffassung des Unternehmens bei der Prüfung der Zahlungsunfähigkeit berücksichtigt werden müssten. Daher habe Windwärts umgehend den Insolvenzantrag eingereicht, heißt es in der Mitteilung weiter.

rei mit Material von dpa-afx

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