Sonntag, 24. März 2019

MDax-Rekord jenseits der 20.100 Punkte Wie der Mittelstand die Großkonzerne abhängt

Roboter von Kuka: Das MDax-Unternehmen treibt den Index an - wie andere Firmen ebenfalls

Deutschlands Mittelstand steht an der Börse hoch im Kurs. Deren Aktien sind in diesem Jahr gut gelaufen - besser als die vieler Großkonzerne.

Frankfurt am Main - Alle Welt redet von der Rekordjagd des Dax Börsen-Chart zeigen - und übersieht dabei leicht, dass auch der MDax Börsen-Chart zeigen eine Bestmarke nach der anderen reißt. Am Freitag hat der Index der mittelgroßen börsennotierten Unternehmen Deutschlands erstmals die 20.000 Punkte übersprungen. Er ist seinem großen Bruder seit Jahresbeginn sogar ein gutes Stück enteilt: Seit Jahresbeginn legte der MDax gut 18 Prozent zu - der Dax schaffte rund 15 Prozent.

Der MDax ist die zweite Börsenliga in Deutschland. Hier sind besonders viele exportstarke Mittelständler vertreten, die vom niedrigen Euro-Kurs profitieren - oftmals führende Branchenvertreter in lukrativen Marktnischen wie der Lackieranlagen-Spezialist Dürr Börsen-Chart zeigen, der Roboterbauer Kuka Börsen-Chart zeigen oder der Getränkeabfüllanlagen-Spezialist Krones Börsen-Chart zeigen. Auch sind eine Handvoll Immobilienfirmen im MDax vertreten, deren Kurse vom Boom auf dem Häusermarkt stark angetrieben wurden.

Am Freitag war es aber vor allem der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus Group Börsen-Chart zeigen, der den MDax auf historische Höhen trieb. Das Schwergewicht unter den mittelgroßen Werten hatte im vergangenen Jahr so viel verdient wie nie zuvor und schüttet nun eine Rekorddividende aus. Die Aktie schoss in der Folge um mehr als 6 Prozent in die Höhe und beflügelte dabei den gesamten MDax.

Auch für die weitere Entwicklung sind die Experten optimistisch. "Der Mid-Cap-Sektor ist historisch gesehen ambitioniert bewertet, viele Titel sind heiß gelaufen", räumte Marktbeobachter Daniel Saurenz von Feingold Research zwar ein. "Trotzdem greifen die Investoren beim MDax weiter zu." Denn hier fehlten großteils Belastungsfaktoren wie Banken oder Energieversorger. Die beiden Branchen hatten unter der Euro-Schuldenkrise beziehungsweise der Wende in der deutschen Energiepolitik gelitten - und damit auch den Rekordlauf des Dax verlangsamt.

Viele Immobilienfirmen, kaum Banken

Der einzigen Bank im MDax, dem Immobilienfinanzierer Aareal Bank Börsen-Chart zeigen, bescheinigte Saurenz eine "selbst im europäischen Vergleich hervorragenden Performance". Auch die Aktien im MDax profitieren vor allem von der Geldschwemme der Notenbanken. Die hohe Liquidität drängt die Anleger zum Kauf von Dividendenpapieren, da Anleihen und Tagesgeld wegen der Mini-Zinsen kaum noch Rendite abwerfen.

"Doch jetzt bekommt die Liquiditätsrally endlich auch Substanz", sagt Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank. Er verwies auf das vom Ifo-Institut ermittelte Geschäftsklima, das im Februar zum vierten Mal in Folge gestiegen war. Für das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer seien schließlich vor allem mittelständische Unternehmen befragt worden - und das zu einem Zeitpunkt, als sich sowohl der Ukraine-Konflikt als auch der Schuldenstreit zwischen Griechenland und der EU verschärft hätten. Entsprechend positiv werte er die jüngste Entwicklung.

"Der MDax steht schon lange nicht mehr im Schatten des Dax und hat ihn performancetechnisch abgehängt", kommentiert Analystin Petra von Kerssenbrock von der Commerzbank Börsen-Chart zeigen den längerfristigen historischen Vergleich, der ebenfalls für den MDax spricht: Denn bei seiner Einführung 1996 normierte ihn die Deutsche Börse Börsen-Chart zeigen - ebenso wie acht Jahre zuvor den Dax - rückwirkend per Ende 1987 auf 1000 Indexpunkte. Zuletzt hat es der MDax bis auf gut 20.100 Punkte geschafft, während beim Dax in der Spitze gut 11.300 Punkte zu Buche standen.

Noch mehr Luft nach oben billigt von Kerssenbrock indes dem Technologiewerte-TecDax Börsen-Chart zeigen zu. Hier habe der Niedergang der deutschen Solarbranche den Lauf gebremst - doch nun seien die meisten Unternehmen der Branche schlicht aus dem Index gefallen. Von seinen Höchstständen zur Jahrtausendwende - den Zeiten des Neuen Marktes und der Dotcom-Blase - ist der TecDax freilich noch meilenweit entfernt.

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung