Donnerstag, 3. September 2015

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Chancen an der Börse Starke zweite Liga

MDax-Werte im Überblick: Ein Querschnitt der Wirtschaft
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DPA

An der Börse sorgen Unternehmen der zweiten Reihe für Furore. Sie überraschen meist mit robusten Gewinnen - ohnehin entwickelt sich der Mittelklasseindex MDax seit Monaten besser als der Dax. Einiges spricht dafür, dass es so bleibt.

Frank Lübberstedt mag die Aktien von EADS. "Für den Flugzeugbauer spricht die riesige Nettoliquidität, das Topmanagement sowie der enorme Auftragsbestand im Volumen von rund 600 Milliarden Euro", sagt der Berater der Investmentgesellschaft Acatis und Experte für deutsche Aktien. "In unserem Portfolio ist EADS - oder künftig 'Airbus' - der größte MDax-Wert."

Damit nicht genug: Auch den Mittelklasseindex insgesamt sieht Lübberstedt weiterhin auf gutem Wege. "Der MDax läuft schon seit geraumer Zeit besser als der Dax", sagt er. "Es spricht einiges dafür, dass das künftig vorerst so bleiben dürfte."

Mit der Ansicht steht er nicht alleine da. Viele Börsenkenner sehen weiter gute Perspektiven für die Papiere aus der zweiten Reihe, die zum großen Teil im Mittelwerteindex MDax Börsen-Chart zeigen zusammengefasst werden. "Wir erwarten, dass sich die konjunkturelle Situation in den nächsten Quartalen noch weiter verbessern wird", sagt beispielsweise auch Bernd Kiegler, Fondsmanager bei Raiffeisen Capital Management. "Das stimmt uns zuversichtlich für die MDax-Entwicklung."

Um 20 Prozent hat der Midcap-Index in diesem Jahr bereits zugelegt, ebenso wie übrigens auch der Technologie-lastige TecDax Börsen-Chart zeigen, der jetzt erstmals seit sechs Jahren wieder die Marke von 1000 Zählern geknackt hat.

Der Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen dagegen kommt seit Januar lediglich auf einen Zugewinn von rund 6 Prozent. Er hat sich von seinem Rekordniveau, das im Mai erreicht wurde, zudem bereits wieder ein gutes Stück entfernt - der MDax notiert weiterhin in einem Bereich, in den er zuvor noch nie vorgestoßen war.

Zahlreiche erfreuliche Unternehmensmeldungen

Gründe für die gute Performance der kleineren Unternehmen gibt es einige. Zum Teil sind sie rein technischer Natur. Immer wieder zeigen beispielsweise Unternehmen eine herausragende Performance im MDax und werden dann in den Dax befördert. Kommt es bei solchen Firmen später zu Kursrückschlägen, bleiben diese dem kleinen Index also erspart - sie drücken auf die Performance seines großen Bruders.

Im Dax gibt es zudem eine ganze Reihe von Banken sowie Versorgern, die ihren Anteilseignern in letzter Zeit wenig Freude gemacht haben. Im MDax dagegen fehlen diese "Looser-Branchen" weitestgehend, sagen Investmentprofis.

Dort sind vielmehr zahlreiche Firmen notiert, denen es trotz zum Teil widriger Konjunktur vergleichsweise gut geht. Erst in dieser Woche legten mehrere von ihnen ihre Geschäftsergebnisse vor - vielfach wurden die Aktionäre positiv überrascht, die Aktienkurse stiegen.

Beispiel Klöckner & Co. Börsen-Chart zeigen: Die Papiere des Stahlhändlers sprangen am Mittwoch um mehr als 9 Prozent in die Höhe. Das Unternehmen steckt zwar in den roten Zahlen, konnte seinen Verlust aber im zweiten Quartal dank eines mehrfach verschärften Sparprogramms reduzieren. Der Vorstand senkte zudem seine Prognose für das Gesamtjahr - Analysten und Anleger hatten offenbar noch Schlimmeres befürchtet.

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