Montag, 10. Dezember 2018

Erste Unterlagen eingereicht Run an die Börse - Lyft ist Uber einen Schritt voraus

Lyft-Auto in der US-Metropole Las Vegas

Im Wettrennen an die Börse ist der Fahrdienstvermittler Lyft seinem ungleich größeren Konkurrenten Uber jetzt einen Schritt voraus. Lyft hat erste Unterlagen für einen IPO bei der Börsenaufsicht eingereicht. Banken schätzen den Wert von Lyft auf mindestens 18 Milliarden Dollar. 2019 dürfte aber noch ein dritter Mitfahrdienst an die Börse streben.

Wer schafft zuerst den Sprung an die Börse? Im Wettlauf der größten Mitfahrdienste in den USA ist Lyft seinem Konkurrenten Uber jetzt einen Schritt voraus. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg reichte das Unternehmen jetzt erste geheime Unterlagen für eine Aktienplatzierung ein.

Weder zum möglichen Volumen noch zur etwaigen Preisspanne der Aktien wollte sich Lyft äußern. Zuerst müsse die US-Börsenaufsicht die Papiere prüfen. Dem Bericht zufolge hat Lyft JPMorgan Chase, Credit Suisse und Jefferies Financial zur Vorbereitung des Börsengang ins Boot geholt. Nach Gesprächen mit potentiellen Investoren schätzten die Banken den Wert von Lyft auf 18 bis 30 Milliarden Dollar.

Die hohe Verluste schreibenden Mitfahrdienste gelten derzeit als heiße und gefährliche Wette zugleich. So hatten unlängst Goldman Sachs und Morgan Stanley Ubers Wert auf enorme 120 Milliarden Dollar taxiert - natürlich auch in der Hoffnung, bei einem IPO-Mandat dann kräftig mit abzukassieren.

Gleichwohl haben auch bereits investierte Kapitalgeber ein großes Interesse an einem Börsengang. Uber und Lyft haben in den vergangenen Jahren Abermilliarden Dollar Risikokapital eingeworben. 2019 dürfte für beide das Jahr der Wahrheit werden: Einem Bloomberg-Bericht vom Oktober zufolge streben Uber und Lyft jeweils im ersten Halbjahr einen Börsengang an. Auch Yandex.Taxi, Russlands größter Mitfahranbieter, will 2019 an die Börse.

Lyft hatte im vergangenen Juni erklärt, bei einer von Fidelity Investments angeführten Finanzierungsrund rund 600 Millionen Dollar eingesammelt zu haben, was den Wert des Unternehmens auf mehr als 15 Milliarden Dollar hochgeschraubt habe. Zu den Investoren zählten unter anderen Alphabets Private-Equity-Gesellschaft CapitalG sowie der Finanzinvestor KKR.

Während Uber weltweit expandiert, konzentriert sich Lyft bislang vor allem auf seinen Heimatmarkt USA und Kanada, versucht aber ebenfalls sein Geschäftsmodell auf breitere Basis zu stellen.

So stieg Lyft wie Uber zuletzt ins Fahrradverleihgeschäft ein. Mit der Übernahme des Start-up "Motivate" sicherte sich Ubers größter US-Konkurrent rund 80 Prozent aller Bike-Sharing-Fahrten in den USA. Auch auf dem Markt der elektrischen Tretroller liefern sich die beiden Mobilitätsdienstleister mittlerweile einen scharfen Wettbewerb. So baut Lyft seinen Scouter-Service kontinuierlich aus und bietet ihn mittlerweile in fünf Regionen der USA an, berichteten zuletzt verschiedene US-Medien.

Uber hatte im dritten Quartal bei einem stagnierenden Umsatz von 2,95 Milliarden Dollar unter dem Strich einen Milliardenverlust eingefahren. Der Wettbewerber Lyft soll laut "Wall Street Journal" im gleichen Quartal den Umsatz auf 563 Millionen Dollar gesteigert und dabei einen Verlust von 254 Millionen Dollar verbucht haben.

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