Freitag, 20. April 2018

Hype um Digitalwährungen Litecoin statt Bitcoin - der nächste Krypto-Blockbuster?

5800 Prozent teurer binnen eines Jahres: Der Litecoin

Bei der Krypto-Währung Bitcoin steigt mit dem Preis auch das Verlustrisiko für die Käufer. Der Run auf digitale Alternativen hat offenbar bereits eingesetzt - doch dort lauern ebenfalls Risiken.

Manchmal sind es die kleinen Dinge, auf die es sich zu achten lohnt. Während alle Welt auf den Bitcoin schaut, dessen Preis seit Monaten in immer eiligeren Schritten in die Höhe klettert, hat der Finanzinformationsdienst Bloomberg in dieser Woche seinen Fokus ein wenig erweitert: Mit Ethereum, Ripple und Litecoin wurden zusätzlich zum Bitcoin drei weitere Krypto-Währungen in das Terminal-System des Hauses aufgenommen. Die Bloomberg-Terminals dienen Banken und Investmenthäusern weltweit zur Informationsgewinnung über das Geschehen auf den Finanzmärkten.

Dass Bloomberg den Kreis der beobachteten Digitalwährungen erweitert, kommt nicht von ungefähr: Beim Bitcoin hat in den vergangenen Monaten - begünstigt auch durch den Start des Future-Handels in den USA - nicht nur der Preis rasant zugelegt. Auch das Risiko für die Käufer der mit einer Marktkapitalisierung von etwa 300 Milliarden Dollar bedeutendsten Krypto-Währung ist gestiegen. Immer häufiger werden Stimmen laut, die eine Spekulationsblase beim Bitcoin vermuten und vor deren unausweichlich bevorstehendem Platzen warnen.

Investoren, die dieses Risiko scheuen, könnten daher nach alternativen Anlagemöglichkeiten im Krypto-Universum suchen - und bei den genannten drei Digitalwährungen fündig werden. Immerhin handelt es sich bei Ethereum, Ripple und Litecoin um drei der gemessen an der Marktkapitalisierung neben Bitcoin bedeutendsten Formen des digitalen Geldes.

Investoren, die mit solchen Gedanken spielen, sollten allerdings einige Feinheiten beachten. So gibt es, wie auch Bloomberg schreibt, zwischen den Krypto-Währungen zum Teil deutliche technische Unterschiede, die für ihre Eignung als Bitcoin-Ersatz eine wichtige Rolle spielen dürften. Ethereum beispielsweise beruhe auf einer wesentlich vielseitigeren Software und habe sich daher bereits als Plattform für Anbieter anderer digitaler "Token" etabliert. Ripple dagegen fungiere gegenwärtig vor allem als Blockchain-Dienstleister für Banken, so Bloomberg.

Die Digital-Währung, die dem Bitcoin am nächsten kommt, ist offensichtlich der Litecoin. Dabei handelt es sich um eine Krypto-Währung, die 2011 von dem ehemaligen Google-Software-Entwickler und Ex-Chef-Ingenieur der Plattform Coinbase, Charlie Lee, kreiert wurde.

Litecoin basiert auf einer Blockchain, die der des Bitcoin sehr ähnlich ist, heißt es in Fachartikeln. Mit allerdings zwei wichtigen Vorteilen: Erstens werden Transaktionen beim Litecoin deutlich schneller (nämlich vier mal so schnell) abgewickelt, als beim Bitcoin. Dadurch erhalten Investoren eine größere Flexibilität, wenn sie auf Marktentwicklungen reagieren wollen.


manager magazin und Mynd erklären: So funktionieren Krypto-Währungen

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Und zweitens ist die Gesamtzahl der möglichen Litecoins auf immerhin 84 Millionen begrenzt, im Gegensatz zum Bitcoin, bei dem die maximale Menge von Anfang an auf die geringere Anzahl von 21 Millionen festgelegt wurde. Letzteres dürfte bedeuten, dass der Litecoin mit einer steigenden Nachfrage tendenziell länger wird mithalten können.

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